Die privaten Banken haben einen großzügigen Plan zur Sicherung der Einlagen angekündigt.

Bis zum Sommer sollen auch im privaten Bankgewerbe die Einlagen von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen ebenso sicher sein wie bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die geschützten Einlagen eines Anlegers dürfen allerdings nicht höher sein als 30 Prozent des Eigenkapitals der Bank.

Zu diesem Zweck werden die privaten Banken einen bestimmten Promillesatz ihrer Nichtbanken-Einlage in einen Fonds einzahlen. Sollte in den ersten Jahren, wenn dieser Fonds noch aufgefüllt wird, ein Notfall eintreten, wird die Liquiditäts-Konsortialbank aushelfen, an der auch die Bundesbank mit 30 Prozent beteiligt ist.

Voraussetzung für die Einlagensicherung ist, daß die Gläubiger auf den Konkursantrag für eine Bank verzichten. Die ruhige Abwicklung einer in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Bank soll durch einen hoheitlich verfügten Aufschub fälliger Verbindlichkeiten, ein Moratorium, ermöglicht werden. Die Bank könnte dann entweder unter neuer Leitung weitergeführt oder ganz abgewickelt werden. Einen Fall Herstatt könnte es künftig nicht mehr geben.

Die Verwirklichung des Plans hängt von der Mitwirkung folgender Institutionen ab: Das Parlament muß das Kreditwesengesetz ändern und die Bankenaufsicht verschärfen; die Bundesregierung muß durch Rechtsverordnung festlegen, daß „die Stichflamme des Konkurses“ (Bankenpräsident Münchmeyer) im Bankgewerbe künftig nicht mehr zündet; die Bundesbank muß für die Ansparzeit des Fonds eine Refinanzierungsgarantie geben. R. H.