Kinderspielzeug ist keineswegs

immer ungefährlich.

Besonders das deutsche nicht!

Aufgefallen war es demZEIT-LeserDr. Kleinen in Marbach. Er hatte seiner Tochter einen Kinderkochherd geschenkt, der mit dem Trockenbrennstoff „Esbit“ geheizt wird. Beigelegt war dem Geschenk die Gebrauchsanweisung der ESBIT-Compagnie in Hamburg-Stellingen: „Halbiere eine ESBIT-Tablette. Setze die eine Hälfte senkrecht in den Halter. Entzünde den Brennstoff und drücke den Einsatz in das Kochloch des Herdes.“

Auf der Rückseite des Beipackzettels aber steht noch mehr Information, jedoch die ist Leuten, die des Englischen nicht mächtig sind, leider unzugänglich, wiewohl von allergrößter Wichtigkeit: „WARNING“, steht da, „may be harmful or fatal if swallowed“, das Zeug kann also schädlich, ja sogar tödlich sein, wenn es verschluckt wird – was bei Kindern gelegentlich vorkommt. Mehr noch: ESBIT, so der englische Text weiter, „soll nicht von Kindern benutzt werden, es sei denn unter Aufsicht Erwachsener. Es enthält Methenamin, im Falle eines versehentlichen Verschluckens nimm Natriumbikarbonat und trinke dazu Wasser in großen Mengen. Rufe den Arzt“.

Deutsche Kinder hält die Firma ESBIT wohl für so robust, daß sie glaubt, ihnen und ihren Eltern solche Gefahren und Maßnahmen nicht mitteilen zu müssen.

Der kleine Zettel am Kinderherd ist mehr als nur die bedauerliche Entgleisung einer Firma; er wirft ein Schlaglicht auf ein in diesem Lande seit Jahrzehnten verschlepptes Problem: die Sicherheitsprüfung im Spielzeuggewerbe.