Nach Toyota und Nissan-Datsun versucht jetzt auch Mazda auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Toyo Kogyo mit seiner Personenwagenmarke Mazda ist der drittgrößte Hersteller in Japan, mit 450 000 Personenwagen im Jahr etwa mit Ford bei uns vergleichbar. In der Bundesrepublik ist Mazda bislang allenfalls durch seine Wankel-Modelle bekannt – mit bald einer Million Stück ist die Firma der erfolgreichste Wankel-Hersteller der Welt bei Personenwagen.

Neben den Wankel-Typen gibt es aber bei Mazda ganz bürgerliche Autos mit normalen Hubkolbenmotoren. Bei uns werden die Modellreihen 616 und 818 angeboten, vor allem jedoch der 1300 und der neue 1000. Die beiden letzteren unterscheiden sich technisch nur durch ihre Motoren, die sehr modern gebaut sind und 66 beziehungsweise 45 PS leisten. Auf Interesse stößt dabei vor allem der 1000, er lockt mit günstigen Preisen wie die meisten kleinen Japaner: Für 7490 beziehungsweise beim Viertürer 7890 Mark erhält man ein komplett ausgestattetes Auto mit vorderen Scheibenbremsen, Gürtelreifen, Verbundglas-Windschutzscheibe, Liegesitzen, Kopfstützen und heizbarer Heckscheibe – ein einheimisches Auto mit gleicher Ausstattung kann bis zu 2000 Mark mehr kosten. Mit dem sparsamen und spritzigen Triebwerk (Spitze 135 km/st) kann man zufrieden sein, auch mit der übersichtlichen Inneneinrichtung und der ordentlichen Verarbeitung. Mazda gibt 20 000 km oder ein ganzes Jahr Garantie.

Weniger Zustimmung allerdings finden Karosseriedetails, etwa die stark zerklüftete Frontpartie oder der enge Durchstieg nach hinten beim Zweitürer, Mit 385 cm ist der Mazda 1000 so lang wie ein Fiat 128 – dank Frontantrieb und Quermotor besitzt der Italiener jedoch speziell hinten weit mehr Platz. Nicht europäischem Standard entsprechen auch Federung und Straßenlage; bei Kurzstreckenfahrten entschädigt dafür die leichtgängige Lenkung.

Wie jede neue Marke hat Mazda Schwierigkeit ten, ein Händler- und Werkstattnetz aufzubauen. Wenig erfolgreich war der Versuch, sich der Kette der Tyresoles-Reifenhändler zu bedienen: Die Firma ging mittlerweile in Konkurs. Bis heute will man etwa 250 meist kleinere Betriebe gewonnen haben. Sie verkauften 1974 rund 2000 Wagen – 0,1 Prozent des deutschen Marktes. Bis 1977 soll diese Zahl verzehnfacht werden.

–eck