Der Nominalzinssatz am Rentenmarkt ist auf 8 3/4 Prozent gesunken. Damit ist die Hamburg-Anleihe gestartet. Da sie bereits zum Kurs von 100 Prozent gehandelt wird, ist damit zu rechnen, daß der Nominalzins schon bald auf 8 1/2 Prozent zurückgenommen wird, zumal die Nachfrage nach festverzinslichen Papieren nach wie vor lebhaft ist. Die sinkenden Zinsen für Spar- und Termineinlagen veranlassen viele Sparer, auf Rentenwerte umzusteigen. Wer das frühzeitiger tat, kann bereits ernten. Die guten alten Zehnprozenter werden an der Börse bereits mit Kursen von 105 Prozent gehandelt.

Die Zinssenkung geht rascher voran als erwartet. Wann ihr Endpunkt erreicht sein wird, wagt heute niemand vorauszusagen. Wer zu Beginn dieses Jahres unter Hinweis auf den ungeheuren Kapitalbedarf der öffentlichen Hände ein Zurück unter neun Prozent für fragwürdig hielt, hüllt sich jetzt betreten in Schweigen. Gegenwärtig gelten sogar acht Prozent für erreichbar.

Angesichts der gesunkenen Rentenrenditen ist das Interesse für Aktien mit hoher Ausschüttungsrendite natürlich gewachsen. Auf diese Weise geraten auch die Kurse der „lahmen Enten“ in Bewegung. Insgesamt hat die Aktienhausse an Breite gewonnen. Am Wochenbeginn gerieten die Aktien der großen Bauunternehmen in Bewegung. Dank der konjunkturfördernden Maßnahmen der Bundesregierung wird es bei ihnen aller Voraussicht nach kein Beschäftigungsloch geben. Deshalb erscheinen Bau-Aktien jetzt in einem besseren Licht. K. W.