Ein wichtiges, noch kaum untersuchtes Thema, unzulänglich vorgestellt – ein kleinerer Kunstverein verfügt heute offensichtlich nicht mehr über die Möglichkeiten (und die Mittel), ein anspruchsvolles Ausstellungskonzept im Alleingang zu verwirklichen. Es macht wenig Sinn, sechs Künstler als sozusagen typische Vertreter einer Richtung, die erst definiert werden müßte, zu präsentieren, sechs Künstler zudem, die ungleichwertig vorgezeigt sind, die mit vergleichbaren Mitteln verschiedene Ziele anvisieren. Die tachistische, handschriftliche Geste (Cy Twombly) steht neben der geschriebenen, privaten Mitteilung an den „Leser“ (Dieter Rühmann), das zum Piktogramm modifizierte Wort (Annalies Klophaus) neben der potentiell endlosen Zahlenreihe (Roman Opalka). Carlo Alfano protokolliert mit skripturalen Zeichen Zeitabläufe, Ben Vautier malt auf eine Leinwand die Worte: „Das hier ist geschrieben“ – und damit fängt das Problem erst an, das in dieser Ausstellung nur vage angedeutet ist. (Badischer Kunstverein, bis zum 2. März, Katalog 15 Mark)

Helmut Schneider

Wichtige Ausstellungen:

Baden-Baden: „Surrealität – Bildrealität 1924 bis 1974“ (Staatliche Kunsthalle bis zum 20. April, Katalog 25 Mark)

Berlin: „Hans Hartwig“ (Nationalgalerie bis zum 16. März, Katalog 12 Mark)

Berlin: „Eduardo Paolozzi“ (Nationalgalerie bis zum 6. April, Katalog 12 Mark)

Köln: „Laszlo Moholy-Nagy“ (Kölnischer Kunstverein bis zum 23. Februar, Katalog 15 Mark)