Kein Zweifel, die Errichtung des Berufsbildungszentrums in West-Berlin ist rechtens. Fraglich ist bloß, ob immer klug sein muß, was sich einer schlau ausdenkt. Und unerfindlich bleibt, wem es eigentlich nützt, mit Elefantenbeinen auf Terrain zu trampeln, wo selbst Engel nur auf Zehenspitzen zu tapsen wagen.

Eigentlich hätte der Streit um das Umweltbundesamt uns lehren sollen, daß es keinen Sinn hat, ohne Rücksicht auf Verluste die Belastbarkeit des Viermächteabkommens über Berlin zu erproben. Das kann auf sowjetischer Seite nur den Argwohn wecken, wir versuchten heimlich und hinterrücks, den mühsam ausgehandelten Status West-Berlins zu unseren Gunsten zu verändern. Auch wenn wir noch so oft beteuern, dies sei nicht der Fall, bringt es in Moskau die Patrone des Viermächteabkommens gegenüber den Kritikern in Verlegenheit. Es provoziert Gegenvorstöße. Zudem verhindert es, daß die Grauzonen im Berlin-Abkommen nach-und nach einvernehmlich aufgehellt werden. Vor allem aber erschwert es den Versuch, in die noch ausstehenden Verträge zwischen Bonn und Moskau – Kultur, Sportverkehr, Rechtshilfe – annehmbare Berlin-Klauseln einzubauen. Was helfen schon, zwei Dutzend Hanseln aus Brüssel in Berlin, wenn dafür diese viel wichtigeren Vertragsgrundlagen löchrig bleiben?

Am schlimmsten bei alledem ist das Bramarbasieren, das – bei Genscher wie auch bei Klaus Schütz – wohl nur aus Wahlkampffieber zu erklären ist. Man fragt sich, wie lange der Bundeskanzler da einfach schweigend zuhören kann. Er hat im vorigen Sommer schon die Umweltamts-Suppe auslöffeln müssen. Sollte er den übereifrigen Köchen künftig nicht lieber rechtzeitig in den Arm fallen? Mindestens müßte er es dahin bringen, daß, wenn schon getrampelt werden soll, doch wenigstens das Trompeten unterbleibt. Wir brauchen uns sonst über das Echo nicht zu wundern. Th.S.