Teuflisches Getränk

In England machen derzeit die von der Sunday Times auszugsweise veröffentlichten Tagebücher des gestorbenen Labour-Politikers Richard Crossman Furore. Unter dem Datum des 4. Februar 1965 findet sich darin folgende Eintragung: „Heute abend müßte ich zu einem Abschiedsdiner in die deutsche Botschaft, gegeben von einem ziemlich unangenehmen Botschafter, den wir einmal über Nacht zu uns nach Prescote eingeladen hatten. Er revanchierte sich für diese Gastfreundschaft, und er muß mir etwas Teuflisches zu trinken gegeben haben. Jedenfalls wachte ich um drei Uhr heute früh mit rasenden Kopfschmerzen auf – eine ganz besonders schlimme Art von Kater.“ Londoner Botschafter der Bundesrepublik war zu jener Zeit Hasso von Etzdorf.

Polnischer Charme

Nach 36jähriger Pause wird Ende Februar zum erstenmal wieder ein päpstlicher Nuntius, Luigi Poggi, in Warschau Quartier beziehen – doch nur zur Überreichung seines Beglaubigungsschreibens: Nach einer sechswöchigen Rundreise durch Polen kehrt er wieder nach Rom zurück. Denn mit Rücksicht auf den polnischen Kardinalprimas sollen die „ständigen Arbeitskontakte“ zwischen Regierung und Vatikan vorwiegend in Rom stattfinden, wo der 48jährige Diplomat Szablewski als Vatikanvertreter akkreditiert wurde. Kurienkardinäle, bei denen er Antrittsbesuche absolvierte, attestieren ihm „ungewöhnliche Klugheit und persönlichen Charme“.

Luft für den Kanzler

Sparsamkeit und Sicherheit bestimmen zunehmend den Bau des neuen Kanzleramtes. Zugunsten einfacherer Lösungen wurden inzwischen die ursprünglich geplante Klimaanlage und ein teures Heizungs- und Belüftungssystem gestrichen. Die Fenster der neuen Regierungszentrale sollen sich auch öffnen lassen. Seitdem die Installation der technischen Inneneinrichtungen begonnen hat, sind die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen der Facharbeiter weiter verstärkt worden. Am 1. April nächsten Jahres soll das neue Kanzleramt bereits bezogen werden.

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