Von Wolfgang Hoffmann

An Alfred Krause, dem Bundesbahnbeamten und Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes (DBB) ist eines ganz untypisch; Seinen beruflichen Aufstieg als Beamter erlebte er meist in Abwesenheit vom Dienst.

Er wurde 1941 Reichsbahnassistent und damit Beamter auf Lebenszeit, während er als Soldat an der Front war. Den Eintritt in die gehobene Laufbahn des öffentlichen Dienstes verschaffte er sich 1952 zwar in harter Prüfungsarbeit, doch von da an ging es Frieder von selbst bergauf: Vom Inspektor (Besoldungsgruppe A 9) zum Oberamtmann (Besoldungsgruppe A 12). Und auch die letzte Sprosse seiner Laufbahngruppe wäre Alfred Krause heute sicher, gäbe er den Beamtenbund-Vorsitz ab. Dann wäre er Bundesbahnamtsrat.

Erst war er nur im Betriebs- und Personalrat auf örtlicher Ebene. Dann stieß er in den Bezirk vor. Von dort aus wurde er erst dritter, dann zweiter Vorsitzender der Gewerkschaft deutscher Bundesbahnbeamten.

Er kam 1951 als Beisitzer in den Beamtenbund, wurde 1955 stellvertretender Vorsitzender und hatte es 1959 geschafft. Seither ist er der Boß und wurde bereits viermal hintereinander wiedergewählt

Daß Alfred Krause trotz seiner fast 20jährigen hauptamtlichen Tätigkeit im DBB auch noch in aller Stille Beamtenkarriere gemacht hat, das findet er normal und rechtens: „Ich bin aktiver Beamter, der nur beurlaubt ist. Ich bin befördert worden mit einem Vergleichsmann.“

Der Vergleichsmann ist eine Besonderheit des Beamtenstandes. Irgendein Beamter, der gleichen Jahrgangs wie Krause ist, der die gleiche Ausbildung hat, gleiche Tätigkeitsmerkmale aufweisen kann, wird befördert und befördert Krause gleich mit.