Erst kamen die Ausländer, dann sorgte die Deutsche Bundesbank durch mehrfache Zinssenkungen für gute Stimmung an den deutschen Börsen. Doch jetzt reicht auch das nicht mehr aus, um der Hausse Nahrung zu geben. Eine Konsolidierungsphase begann, von der niemand weiß, wann. sie enden wird. „Was jetzt fehlt“, weiß der Frankfurter Börsenbrief zu berichten, „sind steigende Unternehmensgewinne.“ Solange sich nicht erste Knospen eines nahenden Konjunkturfrühlings zeigen, muß an der Börse wieder mit erheblicher Unsicherheit gerechnet werden. Dafür lockt der Markt jedoch mit günstigen Einstiegsmöglichkeiten. Früher oder spater werden die Ankurbelungsversuche der Bundesregierung wohl wirken.

Obendrein zweifelt niemand daran, daß der für die letzte Hamburg-Anleihe gewählte 8 3/4prozentige Zinstyp nur ein Übergang zur 8 1/2prozentigen Anleihe darstellt. Trotzdem wachsen auch hier die Bäume nicht in den Himmel. Überschüssige Liquidität schöpfte die Bundesbank in der vergangenen Woche durch den Verkauf von kurzfristigen Geldmarktpapieren ab, so daß der Zinsrutsch zum Stillstand kam.

Die öffentlichen Anleihen reagierten prompt. Sie konnten ihre Höchstkurse nicht halten. Die Reaktion wurde noch verstärkt durch die Befürchtung, der Bund könnte den Kapitalmarkt mit einem übermäßigen Emissionsvolumen an kurzfristigen Papieren strapazieren. Langfristig stehen die Zeichen allerdings auch am Rentenmarkt auf Hausse. jfr.