Der Agrarbericht bestätigt den Trend: Die reichen Bauern wurden reicher, die armen noch ärmer.

Während die deutschen Landwirte im Wirtschaftsjahr 1973/74 mit einem Reineinkommen (Gewinn) von 19 972 Mark je Arbeitskraft einen Einkommensverlust von 0,3 Prozent hinnehmen mußten, konnten diejenigen Bauern, die im Vorjahr schon zu den Spitzenverdienern gehörten, auch in diesem Wirtschaftsjahr einen Gewinn verbuchen.

Sie verdienten mehr als sechsmal soviel wie ihre Standesgenossen im unteren Viertel der Einkommensskala. Die absolute Differenz zwischen den beiden Einkommensgruppen wuchs in den vergangenen Jahren ständig.

Diese Einkommensunterschiede, so stellen die Rechner aus dem Bonner Landwirtschaftsministerium im „Agrarbericht 1975“ fest, „lassen sich in erster Linie auf Können und unternehmerische Initiative der Betriebsleiter zurückführen“. Um die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen mit dem höchsten und dem niedrigsten Reineinkommen je Familien-Arbeitskraft nicht noch größer werden zu lassen, empfehlen die Agrarexperten vor allem eine intensive Ausbildung und Beratung der Landwirte.

Denn nicht so sehr Güte des Bodens, Standort oder Betriebsform sind für den Erfolg des Landwirts ausschlaggebend, sondern seine Fähigkeit, wie der Agrarbericht nüchtern anmerkt, sich den „rasch ändernden technischen und ökonomischen Bedingungen anpassen“ zu können.

hff