Alle sind sich einige die Vernunft hat gesiegt. Und in der Tat ist der Tarifabschluß für den öffentlichen Dienst viel bescheidener, als nach den ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaften und dem früher, so oft gezeigten Wankelmut der staatlichen Arbeitgeber zu befürchten war. Die Arbeiter und Angestellten des Bundes, der Länder und der Gemeinden bekommen knapp sechseinhalb Prozent mehr Geld; bei den Beamten wird der Zuschlag etwas geringer ausfallen.

Es liegt gewiß nicht nur an Helmut Schmidts Disziplinierungsversuchen und am Verhandlungsgeschick der öffentlichen Arbeitgeber, daß es zu diesem Verhandlungsergebnis gekommen ist. Entscheidend war vielmehr zweierlei: der Zwang der leeren Kassen, dem sich auch die Staätsdiener nicht entziehen konnten, und das überraschende Maß an Einsicht und Solidarität, das ÖTV und DAG haben erkennen lassen. Die Prügel, die sie nach den verheerenden Lohnsignalen des vergangenen Jahres bezogen, haben offenbar gewirkt.

Bundeskanzler Schmidt und sein Innenminister Maihofer haben eine Bataille gewonnen, weil ihnen der Wind im Rücken stand. Gleichwohl kostet die Gehaltserhöhung für die Staatsdiener 8,5 Milliarden Mark. Die Zahl macht deutlich, wie horrend teuer der öffentliche Dienst schon geworden ist und wieviel noch zu tun bleibt, um sein Wuchern einzudämmen. Für den Augenblick aber konnte kein besseres Ergebnis ausgehandelt werden. pl.