Mit dem Tarifvertrag über 6,8 Prozent Lohnerhöhung in der Metallindustrie von Nordrhein-Westfalen ist ein entscheidendes Datum gesetzt worden.

Herbert van Hüllen, der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes „Gesamtmetall“ sprach von einem „schweren Brocken“. Die Verhandlungspartner waren jedoch erleichtert, als sie in den Morgenstunden des Freitag vergangener Woche im Krefelder Parkhotel ihre Unterschrift unter das Lohnabkommen setzen konnten, mit dem ein unzeitgemäßer Arbeitskampf vermieden wird.

Gegenüber der gescheiterten Schlichtung mußte die IG Metall noch zwei Zehntelprozentpunkte nachlassen und die Verbesserung der Leichtlohngruppe 2 sowie die Leistungszulagen auf nächstes Jahr vertagen. Der Vorstand der IG Metall hat inzwischen allen regionalen Tarifkommissionen empfohlen, den nordrhein-westfälischen Lohnabschluß zu übernehmen. Damit weicht die Gewerkschaft von ihrer bisherigen offiziellen Politik ab, den wirtschaftlichen Unterschieden in den einzelnen Regionen durch unterschiedliche Tarifverträge Rechnung zu tragen.

Auch der öffentliche Dienst mußte bei den Nebenleistungen zurückstecken, um sechs Prozent Lohnerhöhung zu erreichen.

Mit diesen Lohnabschlüssen ist der Rahmen für die weiteren Tarifverhandlungen der nächsten Monate abgesteckt. In die Lohntüten der gut sechs Millionen Beschäftigten, für die die Verträge gelten, bringen sie dieses Jahr rund 15,5 Milliarden Mark. hm