Der 7. Sinn, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Verkehrs-Fernsehreihen, leidet unter Krimi-Abstinenz. Seit an Stelle des zuschauerträchtigen Kriminalfilms am Freitagabend ein Spielfilm als Lokomotive für die Verkehrsreihe fungiert, sank die Sehbeteiligung von durchschnittlich 52 Prozent auf 35 Prozent. Das sichere Plätzchen vor dem „Bericht aus Bonn“ ist allerdings immer noch prominent genug, denn neun von zehn Fernsehzuschauern haben den 7. Sinn schon einmal gesehen. Ein neuer Anschlag auf die Reihe konnte unlängst abgewehrt werden: Die Verlegung auf den ungünstigeren Montagabend unterbleibt.

Die Redaktion dieser Minisendung – die Filme haben jeweils nur eine Länge von vier bis fünf Minuten – kann mit Recht darauf verweisen, eine der populärsten Fernsehsendungen im Lande herzustellen, nur Robert Lembkes „Was bin ich?“ läuft dem 7. Sinn den Rang ab. Die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: Der 7. Sinn wird in 47 Ländern gezeigt, die Reihe erhielt 23 nationale und internationale Preise und Auszeichnungen. In der letzten Woche wurde sie zum 375. Male ausgestrahlt, die erste Sendung lief vor neun Jahren, im Februar 1966, über den Bildschirm.

Der Westdeutsche Rundfunk, der den 7. Sinn produziert, hat unlängst von Infratest untersuchen lassen, ob der Popularität dieser Reihe auch Auswirkungen auf das Verkehrsverhalten der Zuschauer entsprechen. In der Tat lassen sich beachtliche Einflüsse erkennen. So waren 50 Prozent der Zuschauer der Meinung, der 7. Sinn informiere sie über Dinge, von denen sie vorher noch nichts gewußt hätten. Ebenso viele Zuschauer glauben, schon einmal einem Ratschlag der Sendung gefolgt zu sein, so kontrollierten 7.-Sinn-Zuschauer ihre Reifenprofile, kauften Sicherheitsgurte, befolgten Verkehrsregeln im Ausland, kauften sich einen Feuerlöscher oder gingen schleunigst zu einem Sehtest. F. R.