Hans Martin Schleyer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Mitglied im deutschen „Kuratorium für das internationale UN-Jahr der Frau“, wird demnächst mit Frauenpost eingedeckt sein. Im Bierkeller der bayerischen Vertretung in Bonn vertrat Schleyer nämlich die Ansicht, die Arbeitgeber würden ständig Frauenlohngruppen auflösen. Wenn Frauen dennoch weniger verdienten, „dann sind es solche, die sich unter Rang anstellen lassen“. Der Arbeitgeberpräsident: „Frauen, die nicht wissen, wie sie sich dagegen wehren können, sollten nur an Schleyer schreiben.“

Irmgard Blättel vom Frauenreferat des Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf ironisch: „Wunderbar^ ich hoffe nur, daß möglichst viele an Schleyer schreiben, denn mir scheint, er hat selber eine Aufklärung nötig.“ Von einer Auflösung der Leichtlohngruppen könnte sie bisher nichts feststellen. Der Vorsitzende der Arbeitgeberverbände von Nordrhein-Westfalen, Friedrich A. Neumann, habe sogar erst kürzlich die von den Gewerkschaften geforderte Verbesserung der Leichtlohngruppen als höchst problematisch bezeichnet und erklärt, dies sei mit erheblichen Kosten verbunden.

Luftfahrt-Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft will der Bundestag im April oder Mai in den Ausschüssen für Wirtschaft und Forschung anhören. Thema des Hearings ist die Zukunft der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

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Der Antrag der Firmen Vereinigte Aluminium Werke (VAW), Preussag und der US-Firma Kaiser, ihre Aluminium-Produktionen zu fusionieren, ist der erste Fall, mit dem sich die Monopolkommission beschäftigt. Wie immer die fünf Monopolweisen – Dieter Fertsch-Röver, Erhard Kantzenbach, Ernst-Joachim Mestmäcker, Erich Mittelsten Scheid und Josef Muwarski – sich zu der geplanten Fusion stellen werden, die letzte Entscheidung muß Wirtschaftsminister Hans Friderichs selbst treffen. Die Unternehmen haben nämlich eine sogenannte Ministererlaubnis erbeten. Ob Friderichs zustimmen wird, ist höchst fraglich. Der zuständige Wettbewerbler im Ministerium, Ministerialrat Dieter Wolf, jedenfalls meinte, die Gründe müßten schon „außergewöhnlich“ sein. Bei der geplanten Aluminiumfusion sind sie für ihn bisher nicht erkennbar.

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Vom Gespür des ehemaligen Bildungs- und Wissenschaftsminister Professor Hans Leussink wird es wesentlich abhängen, ob Bonn dem Schah beim Aufbau einer wissenschaftlichen Hochschule gegen Barzahlung behilflich sein wird. In Bonn weiß man zwar, daß die Perser insbesondere an deutschem Wissenschaftspersonal interessiert sind, doch bislang haben die Iraner ihre Vorstellung noch nicht präzisiert, obwohl die ersten Gespräche darüber bereits 1972 stattgefunden haben. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger hat bei seinen Gesprächen mit dem Schah nichts genaues ermitteln können. Nun soll Leussink sondieren.

Wolf gang Hoffmann