Hörenswert

Monty Alexander: „Rass!“ Leise, gemächlich dahinschaukelnd, Jazz für sanfte Seelen, und wenn der Körper zuckt, sieht das keiner. Entstanden sind diese zweimal drei Stücke dort, wo der amerikanische Pianist herstammt, auf Jamaica, zusammen mit sechs (wie es heißt) „lokalen Freunden“. Ihre Musik ist leichtfüßig, sie hat Swing, der Rhythmus bekam vorsichtig eine Soul-Injektion, Spuren von folkloristischem Lokalkolorit sind wahrnehmbar. Eine völlig problemlose Musik, gut gemacht. (MPS 21 22187-3, 22,– DM) Manfred Sack

Sympathisch

Steeleye Span: „Commoners Crown“. „Bach goes to Limerick“: damit scheint die geographische Situation geklärt: Irland: Die Gruppe, meist angeführt von Maddy Priors Jungmädchenstimme, mischt (was hier nicht dasselbe ist) Folk und Pop: Sie verpackt die oft sehr hübschen einfachen Texte in eine rhythmisch aufgerückte Musik. Am besten hört es sich an, wenn Maddy allein oder mit der Gruppe (fast) a-capella singt (Chrysalis 6307 543, 22,– DM)

Manfred Sack

Ärgerlich

„Prag – die Meister der tschechischen Oper“. Die vorliegende Anthologie geht von dem hervorragenden Konzept der beiden ersten Kassetten (über die Berliner und die Dresdner Staatsoper), nämlich einen möglichst breiten Querschnitt zu zeigen, ab. Smetana, Dvořák und Janáček müssen allein die tschechische Oper vertreten. Weder Eugen Suchon noch Zdenek Fibich, weder Joseph Bohuslav Foerster noch Jan Cikker wurden für würdig erachtet. Sie haben gewiß nicht die Berühmtheit der großen Drei erlangt, ihre Breitenwirkung aber darf nicht zu gering eingeschätzt werden. So bietet diese Plattensammlung statt wirklicher Information eben halt auch nur wieder die altbekannten Repräsentativ-Figuren und verfestigt so minimalistisches Wissen. (Merian-Dokumentation BASF 98 22181-4, 8 LP, 98,– DM) Heinz Josef Herbort

Alle Preise sind lediglich unverbindliche Richtpreise. Sie differieren besonders in der Rubrik Jazz, Rock, Pop außerordentlich stark.