Aufsehen erregte es in der Bundeshauptstadt, daß die DDR über die gemeinsame Grenzkommission angeregt hatte, die durch das Hxjchwasser angeschwemmten Plastik Tretminen von DDR eigenen Helfern aufspüren zu lassen, poch dazu kam es nicht, obschon sich dafür im Innerdeutschen Ausschuß des Bundestages sogar bei der CDUCSUOpposition nahmhafte und warme Befürworter gefunden hatten. Der DDR nämlich wurden auf Verlangen von Innenminister Maihofer erhebliche Auflagen gemacht, denn die Entsendung solcher Helfer hätte erhebliche Probleme mit shh bringen können. Was, wenn einer hätte fliehen wollen? Um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte die DDR Zivilisten entsenden. Sie hätten nicht bewacht werden dürfen ijnd die DDR hätte akzeptieren müssen, daß die Helfer von den, westdeutschen Organen als verfassurtgsgemäße Deutsche angesehen worden wären. Sie hätten schließlich unter dem Kommando des Bundesgrenzschutzes arbeiten müssen. Angesichts solcher Bedingungen zog die DDR ihr Angebot zurück. Bis jetzt hat es nicht geschadet, denn es wurde keine Tretmine mehr gefunden.

Entwicklungen in den Beziehungen zur DDR gehören zu den delikatesten, Informationsstoffen der Bonner Bühne — und deshalb zu den rarsten. Conrad Ahlers ironische Feststellung im stern, für Interessierte sei es interessanter geworden, das lautbarungen der Regierung, dürfte auch von den beiden Regierungssprechern Klaus Bölling und Armin Grünewald unterschrieben werden. Sie haben beispielsweise von der Paraphierung des Swing- Abkommens erst aus dem Neuen einmaliger Fall, denn informationspolitische Pannen sind anscheinend in der Abteilung II des Bundeskanzleramtes (Auswärtige und innerdeutsche Beziehungen), die von Carl- Werner Sänne geleitet wird, zum Prinzip erhoben. So kostete es auch etliche Überredungskunst, diese Abteilung zur Veröffentlichung der Bonner Note an die DDR zu bewegen. Nach der Rückkehr des gegenwärtig urlaubenden Sänne in drei Wochen wird wohl Chefgespräch dafür sprgeai, daß die innerdeutschen Schotten etwas geöffnet werden.

Regierenden und ihrer Sprecher ist immer noch wandelbar. Das wurde zuletzt nicht nur durdu_die Einrichtung öffentlicher Telephonsprechstunden leibhaftiger Minister bewiesen "— auch der stell vertretende Regierungssprecher Grünewald geht Wege, die jedenfalls nicht typisch für Regierungsiriterpreten sind: Er schreibt Leserbriefe. Gleich zwei druckte vor kurzem die Welt ab, kurz darauf folgte die Frankfurter Allgemeine. Drei bis fünf Leserbriefe pro Monat, auch an Provinzzeitungen, setzt Grünewald ab. Ein hübscher und wirkungsvoller Tick, der zudem noch die betroffenen Redaktionen freut.

seiner vollen Geschäftsfähigkeit noch Mitglied des Bundestages, bis vor drei Wochen Parlamentarischer Geschäftsführer der CDUCSU Bundestagsfraktion, hat in der 25jährigen Parlamentsgeschichte einen traurigen Rekord aufgestellt: bis zu 1 6 Millionen Mark gehen die Schätzungen über seine Verschuldung, angehäuft- durch eine doppelbödige Lebensführung "Schizoid" lauten die geflüsterten Erklärungen für den unfaßbaren Tatbestand, daß ein Mann, der im Parlament leise, freundlich lächelnd auftrat, als Geschäftsführer zuverlässig arbeitete, großspurige Vorlieben für das Nachtleben entwickelte. Auf der Suche nach ähnlichen persönlichen Skandalen stößt man im Bundestag nur, auf wenige Namen. Der ehemalige bayerische Abgeordnete Loritz war zeitweise von den Amerikanern gesucht worden, weil er etliche tausend Tonnen Benzin unterschlagen haue. Ein Abgeordneter namens Richter war zeitweise unter falscheiji Namen im Parlament untergetaucht. Und ein bayerischer Landstnann Wagners, Ludwig Volkholz, trieb es auch schlimm, aber nicht gar so wild wie Wagner. Volkholz mußte lediglich den Offenbarungseid leisten. Eduard Neumater ein Die Kunst der Selbstdarstellung der Leo Wagner, bis zur Wiedererlangung