Also, das Naserümpfen hört jetzt auf! Wie oft habe ich, der ich die meiste Zeit meines Lebens als Zeitungsmann verbracht habe, nicht hören müssen: „Journalist? Ach, diese Journalisten!“ Das hört jetzt auf.

In Frankreich wurde soeben eine Umfrage gemacht: „Was halten Sie von Journalisten?“ Da wollte ein Institut für Meinungsforschung („Sofres“) beispielsweise wissen: „Glauben Sie, daß die Journalisten Courage haben, das heißt, daß sie Risiken auf sich nehmen, wenn sie die Wahrheit erfahren wollen?“

Sechsundsiebzig von hundert erwiderten: Ja; neunzehn von hundert: Nein; nur fünf Prozent hatten keine Meinung.

„Glauben Sie, daß die Journalisten sich Mühe geben, den Sachen, über die sie schreiben, wirklich auf den Grund zu gehen?“

Vierundsechzig Prozent: Ja; neunundzwanzig Prozent: Nein; sieben Prozent: Weiß nicht.

Da nimmt es denn nicht wunder, daß die Mehrzahl der Befragten – achtundfünfzig Prozent – den Journalisten Vertrauen schenkt und glaubt, was in den Zeitungen steht (gegenüber zweiunddreißig Prozent der Zweifler und zehn Prozent der Gleichgültigen).

Bis hierher ist alles klar. Nicht ganz so einfach ist eine andere Frage: „Wenn die Journalisten ein Problem aufgreifen, ehe es drückend geworden ist, heißt dies, daß sie ihr Metier verstehen und kommen sehen, was sich dann als wichtig erweist?“ oder: „Wenn gewisse Probleme Gewicht bekommen, liegt es daran, daß die Journalisten darüber geschrieben haben?“