Streit um Schadstoffe in den Zigaretten: Stiftung Warentest und Industrie kommen zu abweichenden Ergebnissen.

Die neuen Erkenntnisse, die die Berliner Stiftung Warentest in ihrem Märzheft test Die Zeitschrift für den Verbraucher veröffentlichte, brachte ihr einen heftigen Konflikt mit der deutschen Zigarettenindustrie. ein. In einem Zigarettentest des Basler Laboratoriums Dr. L. Herzberg für die Stiftung. waren nämlich viel höhere Nikotin- und Teerkondenswerte ermittelt worden, als sie vom Hamburger Verband der Cigarettenindustrie angegeben werden, der seine Werte bei drei deutschen Forschungsinstituten ermitteln ließ. In Basel wurden bis zu 45 Prozent mehr Teer in den Zigaretten ermittelt.

Die Ursache dafür liege, so meinte test, in der Benutzung einer anderen Abrauch-Maschine, die „die aus der Zigarette austretenden Stoffe in weit höherem Maße zu erfassen vermag“. Der Zigaretten-

Verband konterte, bei der Bauer Maschine handele es sich um eine Neuentwicklung, die „erheblicie Schwierigkeiten beim Einfahren“ habe.

Den Berlinern halten die Zigaretten-Funktionäre auch methodische Fehler vor. Während die deutschen Institute 1000 Zigaretten je Marke testeten, hätten die Basler Forscher nur je 100 Stück verwendet, die alle in Berlin gekauft worden seien. Eine Panne mißte die Stiftung Warentest immerhin zugeben) Sie hatte zwar die von Reemtsna hergestellte „im Rauch aikotinfreie“ Zigarette Delta getestet, deren Werte aber der neuen Reemtsma-Marke California zugeschrieben, die nie getestet werden ist. gf