Was versteht man heute unter Wiedergutmachung? Zum ersten bedeutet sie finanzielle Unterstützung für den Staat, die Industrie oder die Rüstung Israels und nicht für das jüdische Volk; zum zweiten bedeutet sie eine „moralische Unterstützung“, zum Beispiel nach der Art eines Axel Springer, die zu nichts anderem als einer Verteufelung der Araber und damit der Sowjetunion dient. Dies alles trägt jedoch in keiner Weise zur Aussöhnung mit dem jüdischen Volk bei und ist nur eine Variante des Kalten Krieges. Andreas Hub, 17 Jahre

Deutschland wird nie in der Lage sein, durch Materialien die an den Juden begangenen Verbrechen aus dem Gedächtnis der Menschheit zu eliminieren. Folglich kann kein Schlußstrich unter die Wiedergutmachung an Juden gezogen werden, sondern man muß ihnen weiterhin freundlich und hilfreich zur Seite stehen.

Patrick Pongs, 17 Jahre

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Tote sind auch mit Milliardenbeträgen nicht wieder zum Leben zu erwecken. Das dürften die Politiker in Israel wohl auch wissen. Doch sie sehen auch, daß Israel ein im Moment stark verschuldetes und auf wirtschaftlich schwachen Beinen stehendes Land ist. Die moderne Armee verschlingt Milliarden, die das Land nicht aufbringen kann. Thomas Kraiß, 18 Jahre

Ich glaube schon, daß es richtig ist, die Wiedergutmachung einzustellen, da man ein einmal begangenes Unrecht gegen ein Volk nicht durch Wiedergutmachungszahlungen aus der Welt schaffen kann. Es sei noch angemerkt, daß es die DDR bis heute nicht für nötig befunden hat, sich an den Reparationskosten zu beteiligen, obwohl sie als selbständiger Staat dazu verpflichtet gewesen wäre. Wilhelm Schmitte, 20 Jahre

Die von Deutschen an Juden begangenen Greueltaten hatten unermeßliche und unfaßbare Ausmaße. Auschwitz und Treblinka waren Orte, an denen uns heute Unbegreifliches geschah. Ich glaube daher, daß wir auch weiterhin für unsere Schuld zahlen müssen, obwohl dadurch unsere Vergehen nicht ungeschehen gemacht werden und wir sie auch in Zukunft mit Geld nie ganz abgelten können. Ich finde, solange es noch einen Uberlebenden der KZ gibt, sollte es ihm nicht an finanzieller Unterstützung von deutscher Seite mangeln. Die moralische Schuld jedoch wird nie ganz abzutragen sein. Sie verpflichtet uns, eine erneute „Endlösung der Judenfrage“, diesmal von arabischer Seite aus, mit allen Mitteln zu verhindern. Peter Bost, 17 Jahre