Da die Amtszeit von Günter Dürre, Präsident des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen in Berlin, um ein halbes Jahr verlängert wurde, ist die Nachfolgefrage nicht mehr so dringend, wie es ursprünglich schien. Daß die Amtszeit von Dürre, der die Pensionsgrenze erreicht hat, verlängert wurde, hängt insbesondere mit der Arbeit am neuen Kreditwesengesetz zusammen. Als Nachfolger für Dürre war bereits der Leiter der Ersten Beschlußabteilung beim Bundeskartellamt, Siegfried Klaue, im Gespräch. SPD-Mann Klaue ist für Banken- und Börsenfragen zuständig und gilt als „scharfer Hund“.

Inzwischen gilt als sicher, daß Klaue keine Chancen mehr hat, im Oktober Nachfolger von Dürre zu werden. Als Grund wird genannt, daß er schon in einem frühen Stadium an Hans Apels geplanter Novelle zum Kreditwesengesetz Kritik geübt habe.

Chancen werden mehr und mehr einer Frau eingeräumt, die aus dem Dürre-Haus kommt und dort sogar den Ruf genießt, „der einzige Mann im Bundesaufsichtsamt“ zu sein. Es ist Dürres Vizepräsidentin Inge-Lore Bahre. Ihr vor allem war es zu verdanken, daß bei der Herstatt-Pleite schnell eingegrifen wurde. In der Behördenhierarchie sind Frauen in Spitzenfunktionen selten. Hier wäre eine Gelegenheit, risikolos mit einem Vorurteil aufzuräumen.

*

Als schlechteste Leistung des Jahres bezeichnete der Art Director Club für Deutschland das neue Fünf-Mark-Stück. Das trifft insbesondere den Stuttgarter Münzgestalter Wolfgang Doehm, der an seinem ursprünglichen Entwurf aus Gründen der Automatensicherheit Änderungen hat hinnehmen müssen, die er aus ästhetischen Motiven nicht billigt.

Doehm muß nun auch noch mit weiterer Unbill rechnen. Er hat nämlich etwas, was er nicht haben darf, ein prägefrisches Fünf-Mark-Stück seines ursprünglichen Entwurfs. Nach Auskunft des Bonner Finanzministeriums müssen aber alle Probeprägungen oder Modellprägungen vernichtet werden, wenn eine endgültige Entscheidung für eine neue in Umlauf zu bringende Münze gefallen ist. Ob man Doehm seinen eigenen neuen Fünfer beläßt oder nicht, müssen nun die Münzbürokraten der Stuttgarter Münzanstalt entscheiden.

*