Schon vier Ölländer haben ihre Währungen aus der Bindung an den Dollar gelöst. Damit wollen sie der Inflation im eigenen Land entgegenwirken.

Iran, Saudi-Arabien, Kuwait und Quatar haben ihre Währungen vom Dollar gelöst. Gegenüber dem Internationalen Währungsfonds haben sie erklärt, daß sie ihre Paritäten nunmehr an die Sonderziehungsrechte binden wollen. Die Entscheidung des Iran war mit einer Aufwertung des Rial um 1,5 Prozent gegenüber dem Dollar verbunden. Um häufigere Aufwertungen zu vermeiden, will der Iran den Rial-Dollar-Kurs so lange beibehalten, bis sich das Verhältnis der Sonderziehungsrechte zum Dollar an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen um mehr als 2,25 Prozent verändert. Saudi-Arabien hat seinen Riyal gegenüber dem Dollar um 2,3 Prozent aufgewertet.

Diese währungspolitischen Entscheidungen sollen als Maßnahmen im Kampf gegen die Inflation verstanden werden. Mit der Bindung an die Sonderziehungsrechte wollen die vier Ölländer die Kaufkraft ihrer Ölerlöse sichern. Die Öllieferungen werden in der Regel in Dollar bezahlt. Benutzen die Ölländer diese Dollar zum Einkauf in den Vereinigten Staaten, dann werden sie nur durch die inneramerikanischen Preissteigerungen geschädigt. Da die Ölländer aber auch in europäischen Industrieländern und in Japan Waren einkaufen, sind ihre Dollarerlöse außerdem dem Risiko sinkender Dollarkurse ausgesetzt, und zwar in dem Umfang, in dem die Währungen der Lieferländer gegenüber dem Dollar aufgewertet werden.

Die Bindung der Währungen an die Sonderziehungsrechte soll dazu dienen, die Fluktuationen der eigenen Währungen gegenüber den europäischen Währungen und gegenüber dem japanischen Yen klein zu halten und danit mögliche Preissteigerungstendenzen im eigenen Lande abzufangen, die vom Sinken des Dollarkurses ausgehen. Für die Ölverbraucherländer ändert sich durch diese Entscheidungen nichts. Solange Öl in Dollar fakturiert und in Dollar bezahlt wird, bleibt alles beim alten.

Nicht ausgeschlossen ist allerdings, daß die Ölländer künftig den Ölpreis in den jeweiligen Landeswährungen festsetzen werden. Das würde nicht heißen, daß die Rechnungen nun auch in Landeswährung bezahlt werden müssen. Wahrscheinlich bliebe auch dann der Dollar das wichtigste Zahlungsmittel. Aber, die Dollarsummen, die für das Öl aufzuwenden wären, müßten bei fallenden Dollarkursen höher sein als bei steigenden Dollarkursen.

Im Augenblick ist noch nicht zu erkennen, was die Ölländer mit der Abkehr vom Dollar bezwecken, außer daß sie die Kaufkraft ihrer Ölerlöse gegen ein Sinken des Dollarkurses sichern wollen. Weitere Schlüsse für die Preispolitik der Ölförderländer lassen sich aus den bisherigen Maßnahmen noch nicht ziehen. Seit langem wird diskutiert, den Ölpreis an den Preisindex für ein Bündel von Industriewaren zu koppeln. Bisher scheint darüber noch keine Einigkeit erzielt worden zu sein.

Wenn schon Einigkeit bestünde, würden die Ölverbraucherländer auf der bevorstehenden Konferenz am 7. April in eine schwierige Situation kommen. Denn sie selbst haben noch kein einheitliches Konzept dafür, wie sie einer solchen Forderung begegnen sollen. R. H.