Als „Herren“ im negativen Sinn sind wir Deutsche schon oft in Verruf geraten; als besonders anpassungsfähig sind wir nicht minder wohl bekannt. Mit leichtem Hang zum Extremen tun wir dabei oft des Guten oder Schlechten zuviel. „Entweder hat man sie an der Gurgel oder zu Füßen“, urteilte Churchill. Neuerdings lernen die Deutschen persisch – als ob das Öl des Iran dann billiger zu haben wäre. Doch im Ernst, die Sprachenschulen melden erste Zeichen eines Booms.

Mehr und mehr richten sich die Schulen auf persische Kurse ein, denn die Wirtschaft signalisierte Bedarf. Zwar ist Englisch als weltweite Sprach? des Handels auch im Iran noch gängig. Aber wer kann schon wissen, wie lange das hält. Oberhaupt, der Wettlauf um die Gunst des Herrscherpaares von Persien ist hart. Da mag schon der einen kleinen Vorsprung haben, der mit einer persischen Ergebenheitsadresse auf den Lippen vor dem Kaiser auf die Knie fällt oder der Gemahlin die Hand küßt.

Welch Hochgefühl erst, dem Erlauchten in St. Moritz ein „Ski Heil“ auf Persisch zurufen zu können, wenn jener über die Piste fegt. Und wenn der Schah doch eines Tages landauf, landab über deutsche Firmen herrschen sollte, dann wird ihm ein untertäniges „vergelt’s Gott“ auf Persisch gewiß gut gefallen. hff