Junge Leute machen sich Gedanken über Briefeschreiben und Telephonieren

Anrufen, nichts einfacher als das. Die Wählscheibe schnurrt, dann über Kilometer hinweg ein schrilles Bimmeln: Unabweisbarer Eindringling, Zerstörer einer Stimmung, eines Gesprächs. Anders ein Brief: Liebevoller Gruß, der geduldig warten kann, bis man Zeit für ihn hat. Gibt es da irgendeine Alternative?

Susanne Wittern, 17 Jahre

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Man greift einfach Schneller zum Telephonhörer als zum Briefblock und Schreiber, wenn man jemandem etwas mitteilen will. Allerdings ist der Zeitpunkt des Telephonierens eine knifflige Sache. Man weiß nicht, ob der Gesprächspartner gerade zu tun hat oder überhaupt Lust zum Telephonieren. Dagegen wird ein Brief morgens gebracht, und wenn der Empfänger Zeit hat, sich mit ihm zu beschäftigen, dann liest er ihn.

Ich möchte sagen: Um dringliche Dinge zu besprechen, würde ich auf alle Fälle das Telephon wegen der Schnelligkeit und Direktheit bevorzugen. Um aber vom anderen ein exaktes Nachdenken, Abwägen und Beraten zu erreichen, schreibe ich ein paar Zeilen, denn die nachhaltigere Wirkung erzielt allein in Brief.

Susanne Schlötelburg, 15 Jahre