Wilhelm Haferkamp, EG-Vizepräsident und SPD-Landtagskandidat in Nordrhein-Westfalen, ging wieder einmal hart mit solchen deutschen Politikern ins Gericht, die oft an den Brüsseler „Bürokraten“ herummäkeln. Haferkamp konterte mit einer neuen Wortschöpfung, und nannte die Bonner Nörgler „Bonnokraten“.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Europäische Gemeinschaft“ sagte er: „Wenn da der eine oder andere ,Bonnokrat‘ vom ‚Griff aufs deutsche Rheingold‘ redet, so liegt das für mich auf der Grenze zwischen Ungenauigkeit und nationaler Arroganz.“ Deutlich sprach sich Haferkamp dagegen aus, daß in Bonn manchmal der Eindruck erweckt wird, als „werde die Bundesrepublik permanent von ihren EG-Partnern ausgeplündert und hätte von der Gemeinschaft rein gar nichts“.

Die Bemerkungen, die Haferkamp über seine angekündigte Rückkehr in die Landespolitik machte, klingen eher nach Resignation und Unlust. So spricht er davon, daß er die Offerte, in die Politik zurückzukehren, ohnedies nur von Heinz Kühn und von keinem anderen akzeptiert hätte. Und noch ehe er das ihm sichere Landtagsmandat hat, sagt er, daß ihm eine Rückkehr in die aktive Politik vor manche Probleme stellen würde, weil seine alten Freunde nicht mehr aktiv seien. Ihnen aber habe er sich besonders verbunden gefühlt, weil sie sehr praktische Leute gewesen seien. Heute hingegen werde zuviel theoretisiert und diskutiert, noch dazu in einer unverständlichen Sprache. Die Menschen aber wollten praktische Lösungen „und kein theoretisches Gerede“.

Wer sich so zurückhaltend äußert, scheint in der Politik keine großen Ambitionen zu haben. Haferkamps Haltung steht in krassem Gegensatz zu den Erwartungen einiger seiner Parteifreunde, die ihn schon als potentiellen Nachfolger von Heinz Kühn ins Gespräch gebracht hatten.

Helmut Meysenburg, bis Mitte letzten Jahres Vorstandsmitglied der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE), sieht sich zu Utrecht dem Verdacht ausgesetzt, er sei aus Gründen der Energieabhängigkeit gegen sowjetische Stromlieferungen als Bezahlung für den Bau eines Kernkraftwerks bei Königsberg eingestellt gewesen.

Meysenburg zur ZEIT: „Ich habe ganz eindeutig erklärt, daß ich in einem solchen Bezug zwar keinerlei Vorteile für die deutsche Elektrizitätswirtschaft sähe, da. wir unsere Kernkraftwerke auch bei uns. und selber bauen könnten, aber ebensowenig ein besonderes Risiko da die fragliche Leistung einen solch kleinen Anteil am Gesamtbedarf der Bundesrepublik ausmachen werde, daß sie größenordnungsmäßig im Rahmen der Ermittlungsgenauigkeit der dann ohnehin erforderlichen Reserveleistung liegt.“

Nach Meinung von Meysenburg könnte das Risiko ohne weiteres übernommen werden, wenn andere wirtschaftliche oder staatspolitische Gesichtspunkte für die Verwirklichung des Projektes sprächen. Er habe sogar namens des RWE-Vorstandes die Bereitschaft erklärt, einen entsprechenden Leistungsanteil zu übernehmen.