Zu einer der zukunftsträchtigsten Industrien mit großen Wachstumschancen hat sich die Apokalypsen-Prophezeiung entwickelt. Am Rande einer Jahrestagung der APOKA, dem Welt-Dachverband aller Untergangsvisionäre, die in Horrorville, Conn., stattfand, trafen sich einige der erfolgreichsten Starautoren zu einer gemütlichen Fachsimpelei.

Bei dieser Gelegenheit fragte Professor Deluge, dessen Erdbeben-Bestseller „Wenn die Erde bricht“ zu den erschütterndsten Büchern unserer Tage zählt, seinen Kollegen Doomsday: „Und wie verkauft sich Ihr Buch über die Weltverschmutzung?“

„Großartig! Schon 73 Länder haben die Weltrechte erworben. Wenn ich mit meinem Drehbuch für die ‚Paramount‘ fertig bin, mache ich mich gleich an die Fortsetzung...“

„Und woran arbeiten Sie gerade, immer noch an Ihrer ,Sintflut‘?“ wurde Emilio Kaputti von einem Kollegen gefragt. Kaputti winkte ab: „Aber nein, die ist doch schon längst auf dem Markt. Weltüberflutung ist passé, ich habe mich ganz auf Weltvereisung geworfen. Brennend interessant, mein Lieber – vor allem wegen der biblischen Aspekte. Mein Buch wird ‚11. Eiszeit‘ heißen.“

„Und wann kommt Ihre ‚11. Eiszeit‘?“ fragte Professor Grabschaufel, der selber gerade über den kommenden Steinzeitmenschen arbeitet. „Im Jahre 1982. Anschließend macht die BBC daraus eine dreizehnteilige TV-Serie. Meine Serie läuft genau dann aus, wenn in der Normandie die ersten Vereisungserscheinungen auftreten.“

„In meinem neuesten Werk ‚Die Sardinen‘“, warf Olbin Schofler, der große alte Mann der Überbevölkerungs-Experten ein, „bekommt die Menschheit noch eine Gnadenfrist bis 1986 bewilligt. Erst dann ist es soweit, daß eine Hälfte der Menschheit stehen muß, wenn die andere Hälfte sitzen oder gar liegen will.“

„In Ihren Berechnungen, lieber Kollege, steckt ein Fehler“, meinte Kemo Paniki, der berühmte Welthunger-Spezialist, während er sein T-Bone-Steak zerstückelte. „In meinem neuen Werk beweise ich nämlich, daß bis 1984 ein Viertel aller Menschen längs: verhungert ist, wodurch der Rest eben nicht mehr stehen muß.“