Die zum Veba-Bereich gehörende Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, war in den letzten Jahren nicht in der Lage, ihre einstmals stolze Ertragskraft aufrechtzuerhalten. Dazu haben die verschiedenen Tariferhöhungen nicht ausgereicht. Zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung im NWK-Konzessionsgebiet ist ein forcierter Ausbau der Kraftwerkskapazität notwendig. Da der Anteil der Selbstfinanzierung ständig sinkt, muß die Gesellschaft vermehrt auf Fremdkapital, aber auch auf neues Eigenkapital zurückgreifen. 1974 wurde eine Kapitalerhöhung um 60 auf 270 Millionen Mark zum Ausgabekurs von 200 Prozent durchgeführt; jetzt sollen die Aktionäre eine Aufstockung des Kapitals im Verhältnis 9:5 um 150 Millionen zum Ausgabekurs von 150 Prozent beschließen.

Die Dividende wird für 1973/74 (30. 9.) auf acht Mark je 50-Mark-Aktie gehalten. Wegen des gesunkenen Gewinns konnten den offenen Rücklagen nur noch 12 (29) Millionen zugeführt werden. In diesem Zusammenhang mag trösten, daß die Gesellschaft eine Preissteigerungsrücklage von 16 Millionen gebildet hat, die innerhalb von vier Jahren steuerpflichtig aufgelöst werden muß.

Obwohl die Gesellschaft Tariferhöhungen in rascherer Reihenfolge als bisher ankündigt, ist vorerst an eine Dividendenanhebung bei der NWK nicht zu denken. Der hohe Anteil der im Bau befindlichen Anlagen am Anlagevermögen, der ja nicht zum Ertrag beiträgt, die frühzeitige Personalbereitstellung für die neuen Kraftwerke, steigende Brennstoffpreise sowie die zu erwartenden hohen Abschreibungen werden die Ergebnisse der kommenden Jahre negativ beeinflussen.

K. W.