Bolivianische Abenteuer

Von Jörg Hänel

Unser Bolivia ist so reich, Bruder, die Berge voll Metall, die Wälder voll Wild, wertvollen Hölzern, die Firmen mit zehntausend Köpfen Vieh, komm zu uns Brüderchen Alemán, hier lebst du prächtig.“

Aber Bolivien liegt im Hungergürtel der Welt. Die Früchte verfaulen in den Tropentälern, weil Verkehrsmittel fehlen; im Hochaltiplano leben die Indios bei zehn Grad unter Null von nichts als Kartoffeln; Felder verwaisen, weil der campesino als Straßenhändler in der Stadt mit geschmuggelten Shampookissen einen leichteren Peso zu machen glaubt; in der Regenzeit stehen Gebiete so groß wie Bayern unter Wasser; auf den Indiofriedhöfen über La Paz sind 80 Prozent Kindergräber.

Die Peruaner raten Chartertouristen, nicht über die Grenze „zu den Barbaren“ zu gehen. Aber geh, Bruder, geh! Freilieh, an allem vorbei gehst du mit einem Pauschaltrip. In Bolivien mußt du Explorer sein per Jeep, Lastwagen, Schepperbus und Kanu. Bolivien ist das Land der Abenteuer: Wildwest, Goldrausch, Gründerzeit, Natur.

Zum Beispiel Goldschürfen

Das Weltkrieg-Flugzeugchen steigt über die ockergelbe Tischebene, quert die schattigen Erosionsschluchten und Abgründe von La Paz, springt über Eiszacken, die aus dem Wolkenmeer spießen, taucht ab, stürzt über endlose Bergdschungel und stürzt hinab zum Goldfluß Tipuani, schleudert aufs Fußballfeld.