Deutsche Autofahrer, die sich nach Holland oder Dänemark wagen, haben vor allem einen Horror: die Radfahrer. Neuerdings wird man aber auch bei uns wieder häufiger auf diese schon fast ausgestorbene Spezies treffen, vorwiegend in den Sommermonaten. Denn gerade unter müden Autofahrern hat es sich herumgesprochen, daß Pedaltreten munter macht. Vor allem über längere Strecken. Vor allem im Urlaub. Und wer Lust hat zu radeln statt zu rosten, hat auch Möglichkeiten.

  • In Deutschland: Entweder er fährt per Bahn und nimmt das eigene Rad für 2,50 Mark „huckepack“. Oder aber er schließt sich der DB-Aktion „Fahrrad am Bahnhof“ an und leiht sich das Rad am Zielbahnhof. Für Bahnkunden kostet das drei Mark pro Tag, für Selbstfahrer sechs.

Diese Methode hat den Vorzug, daß das Vehikel an jedem Bahnhof abgegeben werden kann. Nachteil: diese Räder haben keine Gangschaltung. An den DB-Schaltern erhält man kostenlos die zwölf informativen Regionalprospekte, die Tips für große und kleine Radtouren geben und auch Sehenswürdigkeiten und Gaststätten empfehlen.

Wer sich auf sein eigenes Pfadfindertalent nicht verlassen mag, kann sich allerdings auch in die Obhut eines Pauschalreiseveranstalters begeben: Rotalis Reisen (8011 Zorneding bei München) stellt Tourenräder mit Dreigangschaltung, dreifachen Bremsen und spezialgefedertem Sattel zur Verfügung, außerdem Kombiwagen, mit denen das Gepäck der Teilnehmer und Ersatzräder transportiert werden. Für Unterkunft ist gesorgt, für Besichtigung der Sehenswürdigkeiten ebenfalls. Aus dem Angebot: eine Reise Wien–München (acht Tage, 549 Mark), Rundreise durch Oberbayern (elf Tage, 397 Mark), Würzburg–München (sieben Tage, 397 Mark).

  • In Holland: In einem Land, wo es fast doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner gibt, ist natürlich auch für Rad-Touristen gesorgt (Familien mit Kindern eingeschlossen). Über die „Radler-Wochenenden“, die Zwei-Provinzen-Fahrt, die Overijssel-Tour und viele andere informiert Sie die Broschüre „Holland auf zwei Rädern“, erhältlich bei der Niederländischen Fremdenverkehrszentrale, 5 Köln 1, Schildergasse 84, Telephon (02 21) 21 51 01.
  • In Dänemark, ebenfalls ein Radler-Dorado mit eigenen Fahrwegen und verständnisvollen Autofahrern: Acht Touren gibt es für „Ferien auf zwei Rädern“ als Fertigpaket samt Fahrrad, Mahlzeiten, Übernachtungen in Jugendherbergen oder Hotels. Vier Touren sind für Jütland, vier für Fünen und die Inseln konzipiert. Preisbeispiel: „Rund um Fünen“ kostet pauschal 277 Mark (Jugendherberge) oder 433 Mark (Hotel), mit eigenem Fahrrad jeweils 35 Mark weniger. Informationen: Dänisches Fremdenverkehrsamt, 2 Hamburg 1, Glockengießerwall 2, Telephon (0 40) 32 78 03. jb