Wer Präsident des Bundesbahn-Verwaltungsrates wird und die Nachfolge des ausgeschiedenen Heinz Maria Oeftering antritt, ist noch immer nicht entschieden. Dafür aber ist die Zahl der Kandidaten, die entweder ins Gespräch gebracht wurden oder sich selbst dahin brachten, gestiegen.

Bislang waren der nordrheinwestfälische Finanzminister Hans Wertz und Hubert Grünewald, Vorstandsmitglied der Ruhrkohle AG in Essen, aussichtsreiche Kandidaten. Zu beiden, die bereits Mitglieder im Bahn-Verwaltungsrat sind, kamen zwei weitere Bewerber hinzu, die gleichfalls schon in dem Gremium vertreten sind. Der eine ist Hans Hartwig, Präsident der Industrie- und Handelskammer Dortmund und Vorsitzender der großen Verkehrskommission des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT). Der andere, der trotz emsigen Aktenstudiums kaum Chancen für den Präsidentenposten hat, ist der frühere Innenminister von Baden-Württemberg, Walter Krause, SPD, Vizepräsident des Landtags in Stuttgart.

Ein Mann der Wirtschaft täte der Bundesbahn gut, nachdem bekannt wurde, daß die Bahn bis 1979 16 bis 17 Milliarden aus Bonns Kassen braucht. Über Details der Bahnfinanzen will die CDU/CSU jetzt in elf Anfragen Näheres wissen.

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Der frühere Wissenschaftsminister Klaus von Dohnanyi sorgte für eine erhebliche Verzögerung des geplanten Anhörungsverfahrens über die deutsche Luft- und Raumfahrtpolitik. Das gemeinsame Hearing der für Forschung und Wirtschaft zuständigen Bundestagsausschüsse sollte ursprünglich Mitte Mai stattfinden.

Nachdem der Ausschuß für Forschung und Technologie einen umfangreichen Fragenkatalog erarbeitet hatte und diesen in einer gemeinsamen Informationssitzung beider Ausschüsse vorlegte, zog Dohnanyi (Wirtschaftsausschuß) einen eigenen Katalog aus der Tasche, in dem die Fragen zur Forschungspolitik nur noch ein Anhängsel bildeten. Überdies waren Dohnanyis Fragen enger begrenzt als die des Forschungsausschusses. So hatte der Ex-Minister vor allem die Fragen zum militärischen Luftbereich weitgehend ausgeklammert, was den Mitgliedern des Forschungsausschusses wegen der engen Verzahnung von ziviler und militärischer Luftfahrt schlicht unverständlich war.

Weil eine Einigung über beide Fragenkataloge nicht zustande kam, muß die Vorbereitungsarbeit nun von vorn beginnen. Da die Fragen den anzuhörenden Sachverständigen aus Wissenschaft und Industrie mindestens vier Wochen vor dem Hearing vorliegen sollen, dürfte die geplante Sitzung nun erst frühestens Mitte Juni stattfinden können.