Der aktive Bestandteil der chemischen Keule ist die farblose, kristalline, schwerflüchtige, in Wasser unlösliche, jedoch in Alkohol und Äther leichtlösliche Substanz 2-Chloracetophenon (C6H5COCH2Cl). Sie wird weder durch Hitze noch durch Luftfeuchtigkeit zersetzt und wirkt als starkes Tränengas. Tödliche Vergiftungen sind nicht zu befürchten, weil die letale Dosis des Stoffes etwa das Tausendfache der Menge ist, die schon als unerträglich gilt.

Über schädliche Dauer-Nachwirkungen, etwa auf die Schleimhäute oder auf das Gehirn, weiß man zur Zeit noch nichts Sicheres. Einige amerikanische Forscher vermuten, daß eine Person, die der Substanz mehrfach ausgesetzt wird, möglicherweise ein erhöhtes Krebsrisiko eingeht. Doch ist dieser Verdacht bisher noch nicht erhärtet worden. Immerhin sind bei Versuchstieren, die Chloracetophenon in hohen Dosen eingeatmet oder mit dem Futter aufgenommen haben, Veränderungen in Zellkernen gefunden worden, was zu dem vagen Krebsverdacht geführt hat.

Dem Arzt steht kein spezifisches Mittel zur Linderung der durch das Tränengas ausgelösten Beschwerden zur Verfügung, weshalb sich in den USA die Ärzteschaft entschieden gegen den Gebrauch dieser Waffe ausgesprochen hat. Eine lebensgefährliche allergische Reaktion bei entsprechend veranlagten Menschen ist zwar noch nicht beobachtet worden, wird aber von manchen Allergologen nicht ausgeschlossen. v. R.