Verschenkte Kalorien, so meinte man im konventionellen Kraftwerk Emden, trüge das Kühlwasser in den Binnenhafen der Stadt. Im Winter hat das Wasser, das dem Dollart entnommen wird und in ihn zurückfließt, eine Temperatur von 10–12, im Sommer sogar von 24–28 Grad Celsius. Man beschloß also, einen Teil davon aufzufangen und in einem Becken zu sammeln. Hinein setzte man Aale und beobachtete, wie sie sich entwickelten. Das Ergebnis versetzte selbst Fischereibiologen in Erstaunen: Im freien Wasser lebende Aale brauchen etwa zehn Jahre, bis sie für den Rauch reif sind. Im erwärmten Wasser erreichen sie die notwendige Größe bereits in zwölf Monaten. Mit Hilfe der Bundesforschungsanstalt für Fischerei soll die Aalzüchterei jetzt in einer größeren Versuchsanlage unternommen werden.

Schwarze Marienkäfer sind in rauchverdunkelten Industriegebieten Englands den gewöhnlich häufiger vorkommenden roten an Zahl überlegen. Man hat das als Anpassungsmutation an den Ruß angesehen. Nach neueren Untersuchungen stimmt das nicht. Forscher der Universität Manchester haben bei minuziösen Wärmemessungen am Chitinpanzer der Tiere festgestellt, daß die schwarze Farbe die wenigen Sonnenstrahlen besser aufnimmt und speichert. Infolge der größeren Kalorienaufnahme sind die schwarzen Tiere beweglicher beim Fressen und bei der Paarung.

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Im Kampf-gegen die Hepatitis B, eine Leberentzündung, die vor allem bei Bluttransfusionen, seltener beim Kontakt mit einem an dieser Krankheit Leidenden übertragen wird, zeichnet sich ein Erfolg ab. Obwohl zwei Typen von Hepatitis-B-Viren schon seit langem bekannt sind, ist es bisher noch nicht gelungen, sie in Kulturen zu züchten, was die Voraussetzung für die Gewinnung eines Impfstoffs gegen die Krankheit wäre. Diese Schwierigkeit vermochten zwei amerikanische Forschergruppen zu umgehen, indem sie Virus-Antigene, also Abwehrstoffe des Organismus gegen das Virus, aus dem Blut von an der Hepatitis erkrankten Menschen isolierten und diese als Grundlage für einen Schutzimpfstoff verwendeten. Versuche an Schimpansen haben die Schutzwirkung der Vakzine erwiesen. Jetzt soll der Impfstoff an Menschen erprobt werden, sobald die US-Gesundheitsbehörde dafür die Erlaubnis erteilt. Die Firma Merck (USA) hat schon 200 000 Dosen der Vakzine für diese Erprobung, die fünf Jahre dauern wird, bereitgestellt.

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Nur von einem der unzähligen Sterne dieser Welt konnten wir uns bisher ein Bild seiner Oberfläche machen, von der Sonne. Alle anderen Sterne waren auch mit den auflösungsstärksten Teleskopen allenfalls nur als strukturlose Flecken auszumachen. Jetzt aber hat einer dieser kosmischen Lichtflecken, Alpha Orionis, auch Betelgeuse genannt, sein Gesicht erkennen lassen. Mit physikalischen Tricks und einer neuen Lichtintensivierungstechnik haben Astronomen am zweitgrößten optischen Teleskop der Welt auf dem Kitt Peak (US-Staat Arizona) extrem kurz belichtete Aufnahmen von Betelgeuse gemacht, mit Hilfe eines Computers die von Turbulenzen in der Erdatmosphäre hervorgerufenen optischen Verzerrungen eliminiert und die Schnappschüsse zu einem Bild, das die Temperaturstruktur des Sterns erkennen läßt, zusammengesetzt. Betelgeuses Oberfläche ähnelt der unserer Sonne in auffallender Weise, erklärten die Astronomen nach dem Studium des synthetisierten Photos. Der Stern, ein 500 Millionen Lichtjahre entfernter „roter Riese“, gehört zu den lichtstärksten am nördlichen Himmel.

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