Einen sinnvollen Schritt in Richtung Verbraucherschutz unternimmt in den USA die staatliche Kommission für die Sicherheit von Konsumgütern. Sie wird, wie die Behörde in der vorigen Woche ankündigte, von der Industrie die chemischen Formeln von mehr als 21 000 Produkten wie Waschmittel, Lippenstifte, Deosprays, Farben, Zahnpasten, Silberputzmittel, Wasserweichmacher oder Photo-Entwickler anfordern. Der Versuch, diese Informationen von den betreffenden Firmen auf freiwilliger Basis zu erhalten, scheiterte. Die Kommission benötigt die Auskunft, die sie nunmehr mit Strafandrohung bis zum 15. Mai erzwingt, um bei anfallenden Beschwerden die mögliche Schädlichkeit schneller und genauer prüfen zu können als bisher. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik, wo im Gegensatz zu den USA noch nicht einmal die Hersteller von Nahrungsmitteln gehalten sind, den Verbraucher über die Zusammensetzung ihrer Produkte zu informieren, wäre eine so vernünftige Forderung, wie sie die Consumer Product Safety Commission jetzt stellt, undenkbar. Wie notwendig sie wäre, kann zum Beispiel der Hautarzt bestätigen, der sich vergeblich darum bemüht hat, von einer Kosmetik-Firma die Zusammensetzung etwa einer Gesichtscreme zu erfahren, die im Verdacht steht, eine allergische Reaktion bei einer Patientin hervorgerufen zu haben. -ow