Lange schon stehen einige Haarfärbemittel im Verdacht, Gesundheitsschäden hervorrufen zu können. Eine weitere Bestätigung dafür lieferte Professor David Harnden in der vorigen Woche bei einer Tagung der britischen Krebsgesellschaft in Birmingham. Harnden beobachtete bei menschlichen Zellkulturen, denen er den zum Haarfärben oft verwendeten Stoff 2-nitro-paraphenylendiamin zugesetzt hätte, Chromosomenbrüche in einem Viertel der Zellen. Der englische Forscher hatte den Kulturen zwar eine erhebliche Menge des Farbstoffs beigemengt – ungefähr die Hälfte der Menge, die zu einer Blockade der Zellvermehrung führen würde –, aber, so der Wissenschaftler „viele pathologische Wirkungen lassen sich im Reagenzglas überhaupt nur bei massiven Dosen der toxischen Substanz erkennen“. Jedenfalls wertet Dr. Harnden sein Experimentalergebnis als Hinweis darauf, daß der Haarfärbeextrakt möglicherweise krebserzeugend ist. Chromosomenbrüche sind in der Tat Indikatoren für cancerogene Eigenschaften von Chemikalien. Unlängst erst sind sowohl in Versuchen an Mäusen als auch in Experimenten mit Bakterien, bei denen Haarfärbemittel Mutationen (Erbänderungen) hervorriefen, Hinweise auf eine möglicherweise krebserzeugende Wirkung bestimmten in der Haarpflege verwendeter Farbsubstanzen bekanntgeworden. V. G.