Die finanzielle Situation der Bundesanstalt für Arbeit (BfA) ist fataler als ursprünglich angenommen wurde. Als der Haushaltsausschuß des Bundestages kürzlich die Liquiditätssorgen der BfA erörterte, kam heraus, daß die Anstalt nur eine Rücklage von 2,4 Milliarden Mark angesammelt hat, das gesetzliche Soll liegt aber bei elf Milliarden Mark.

Die Ursache dieser schlechten Finanzlage liegt in den ungewöhnlich hohen Ausgaben für Förderung der beruflichen Bildung im Rahmen des Arbeitsförderungsgesetzes. Zu diesen Ausgaben war die BfA 1969 durch Gesetz verpflichtet worden, ohne daß der Bund das Nürnberger Amt mit Mitteln für diese zusätzlichen Aufgaben versorgt hätte. 46 Prozent aller Aufwendungen der BfA sind in die Förderung der Berufsbildung gesteckt worden.

Der CDU-Abgeordnete Horst Schröder (Lüneburg) meinte über die bedrohliche Finanzentwicklung der BfA: „Bei unveränderter Fortführung des Arbeitsförderungsgesetzes und einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent im Jahr wird die Bundesanstalt für Arbeit binnen kurzem ihre Rücklagen aufgezehrt haben und wie die Bundesbahn ein Dauersubventionsempfänger des Bundeshaushalts werden.“

Daß eine solche Situation eintreten könnte, hat der Präsident des Rechnungshofes, Hans Schäfer, schon im Sommer, 1973 in einem Gutachten befürchtet. Doch erst jetzt will das Arbeitsministerium dringend nötige Korrekturen an der bisherigen Praxis der Arbeitsförderung vornehmen.

Das Geld der reichen ölaraber hat offenbar auch das Interesse der „Deutschen Stiftung für Internationale Zusammenarbeit“ (DSE) gefunden. Die DSE-Kuratoren Brigitte Frey und Gerhard Fritz planen eine Tagung mit Vertretern arabischer Länder zum Thema industrielle Kooperation. Zu dieser Tagung sollen europäische Consulting-Firmen hinzugezogen werden, um vor allem die arabischen Planungsminister auf die Bedeutung der Consulting engineers als Planungs-Ratgeber aufmerksam zu machen.

Darüber hinaus möchte Fritz mit dieser Tagung erreichen, den undurchsichtigen Markt der Consulting-Firmen etwas transparenter zu machen. Im deutschen Interesse liegt es auch, die Consulting-Unternehmen in der Bundesrepublik stärker ins Geschäft zu bringen. Nach Ansicht von Fritz müßten sich die hoffnungslos zersplitterten deutschen Consulting-Firmen zu größeren Unternehmen zusammenschließen, wenn sie auf die Dauer in diesem vor allem für Entwicklungsländer wichtigen Markt bestehen wollen.

Der Nachfolger des im September in den Ruhestand tretenden Präsidenten beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, Dietrich Willikens, steht so gut wie fest. Genannt wird Ministerialdirigent Wolf-Dietrich Meisel, Beauftragter für Planung und Programme in der Rüstungshauptabteilung des Verteidigungsministeriums.