Landtagswahlkampf im Revier: Brandt und Barzel werden umjubelt

Von Horst Werner Hartelt

Düsseldorf

Die Wahlkampfmanager von CDU, SPD und FDP sind erstaunt. Sie mustern die breiten Wählerschichten und deren Gemütsbewegung, die seit Wochen auf Marktplätzen und in Festhallen überschwappt. Es geht um einen neuen Landtag in Düsseldorf, und im Mittelpunkt bemerkenswerter Ovationen stehen Willy Brandt und Rainer Barzel. Spitzenreiter auf den Sympathiewellen ist dabei eindeutig der SPD-Vorsitzende. Und auch seine Gegner räumen neidvoll ein, solche Erfolgserlebnisse ihrer Partei nicht bieten zu können. Brandt und Barzel bestätigen die Tendenz: Die Alten kommen wieder.

In Wuppertal kam Brandt eine ganze Stunde zu spät. Sein Hubschrauber, der erst im letzten Augenblick nach einer Kundgebung an der Saar gestartet war, mußte vor einer rheinischen Nebelwand notlanden. Auf dem Marktplatz zu Wuppertal-Barmen rumorte es. Wissenschaftsminister Johannes Rau bekam nasse Hände beim Filibustern, denn viele Ungeduldige unter den Tausenden schlugen bereits Krach. Als Willy Brandt endlich eintraf, jubelte jedoch die Masse, und das Stakkato der Willy-Willy-Rufe schallte weithin und lange über den Marktplatz,

Ob in Kleve oder in Siegen, landauf undlandab ist die Anziehungskraft Brandts ungebrochen

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