Mittelmäßig

„Die Puppe des Gangsters“, von Giorgio Capitani. Sophia Loren als Nutte mit Herz, Marcello Mastroianni als geschniegelter Strizzi mit mäßigen Manieren: das wäre (vielleicht, als italienische Version von „Irma la Douce“, zumindest leidlich lustig geworden, wenn ein besserer Regisseur als Capitani ein besseres Drehbuch als das von Ernesto Gastaldi in die Finger bekommen hätte. Hier gibt es nur eine plump gezimmerte Plattform für die beliebten Manierismen der beiden Stars zu sehen, die nach Herzenslust chargieren dürfen. „Spritzig, frech, frivol“ soll das sein: so spritzig wie die Hausmarke aus dem Supermarkt, so frech wie die Witze in „Bild am Sonntag“, so frivol wie die Wäscheschau auf dem Rummelplatz. Alle kleinbürgerlichen Phantasien über das anrüchige Milieu werden genüßlich bestätigt. Halbwegs komisch ist allein Mastroiannis Rita-Hayworth-Wahn. Immer wieder läßt er sich von der Loren ein stereotypes „I Love You“ vorplappern, und in einer Rückblende sieht man, wie ihn als kleiner Junge Ritas Song „Put the Blame on Marne“ aus „Gilda“ erregte.

„Osceola“ von Konrad Petzold. Unterhaltungsfilme aus der DDR gelangen kaum je in unsere Kinos. Auf diesen zumindest hätte man gut verzichten können. Der in Kuba gedrehte Western über den Kampf der Seminolen-Indianer gegen rohe amerikanische Imperialisten läßt die Winnetou-Filme von Harald Reinl wie epochale Meisterwerke aussehen. Regie- und Darstellungskünste bewegen sich auf dem Niveau redlich bemühter Freilichtbühnen. Mitunter immerhin ist der Film so herzzerreißend schlecht, daß schon wieder ein gewisses Weltniveau unfreiwilliger Komik erreicht wird: Bei Musiknummern wie „Ja, die Playgirls aus der Yankee-Bar“ bleibt kein Auge trocken.

Ärgerlich

„Brillanten und Kakerlaken“ von Aram Avakiän. Fast alles stimmt in diesem neuen Film des Regisseurs von „Treffpunkt Central Park“: das präzise Timing des großen Coups in der Londoner Diamantenzentrale, die lakonische Ironie der Inszenierung, das intelligente Understatement von Schauspielern wie James Mason, John Gielgud und Charles Grodin. Wahrscheinlich ist Avakians „Eleven Harrowhouse“ eine ansehnliche Kriminalkomödie. Aber: „Wie sagte schon der alte Fritz? Pferde, wollt ihr ewig leben!“ Unsere Synchron-Barbaren haben den versonnenen Witz des Films durch ekelhaft dumme Kalauer restlos zerstört. Da reimt sich Reh auf Kartoffelpüree, da wird pausenlos „ein Satz warme Ohren“ verabreicht oder „der Löffel abgegeben“. Die Publikumsverachtung der debilen Eindeutscher und ihrer Komplizen vom Filmverleih feiert traurige Triumphe.

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