Sparer und andere, Einleger können auf zweierlei Weise gegen Bankpleiten geschützt werden: Indem die Risiken klein gehalten werden, die oft zu. Pleiten führen, oder indem ihnen die Ausfälle, die sie durch Pleiten erleiden, ersetzt werden.

Bundesfinanzminister Apel wollte über eine Novelle des Kreditwesengesetzes festlegen lassen, daß Großkredite – die, wenn sie faul wurden, Kreditinstitute manchmal in die Zahlungsunfähigkeit trieben – begrenzt bleiben: Der einzelne Großkredit auf drei Viertel des Eigenkapitals, die fünf größten auf das Dreifache, alle zusammen auf das Sechsfache des Eigenkapitals.

Die Privatbanken haben ihrerseits einen großzügigen Plan zur Sicherung der Einlagen beschlossen und letzte Woche mit dem Bundesfinanzminister abgestimmt. Von Stund an sollen die Einlagen von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen im privaten Bankgewerbe ebenso sicher sein wie bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Als Voraussetzung für die Einlagensicherung wünschen die Banken, daß die Gläubiger auf den Konkursantrag für eine Bank verzichten. Die Sanierung oder ruhige Abwicklung einer in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Bank soll durch einen hoheitlich verfügten Aufschub fälliger Verbindlichkeiten, ein Moratorium, ermöglicht werden. „Die Stichflamme des Konkurses“, sagte Altbankenpräsident Münchmeyer einmal, „soll im Bankgewerbe künftig nicht mehr zünden.“

Schon jetzt haben wir faktisch den Zustand völliger Einlagensicherheit. Käme das Moratorium ins Gesetz, wäre das Glück der Banken beinahe vollständig. Der einzige Wermutstropfen ist noch Apels Großkreditregelung. Vom Minister selbst, wissen wir inzwischen, daß er zwar das Moratorium akzeptiert, in der Großkreditregelung aber nicht ganz nachgeben will. Bedauern die Banken ihre Vorleistung schon? R. H.