Bei der Eröffnung der Hannover-Messe lobte Wirtschaftsminister Hans Friderichs die Sanierungsbeschlüsse von Wolfsburg. Er sagte:

Angesichts der Aktualität sollte man mir erlauben, dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden des mit dem Hauptsitz in diesem Lande residierenden deutschen Automobilunternehmens hier auch öffentlich Dank zu sagen für diese schwierige Operation in einer bisher nicht gekannten Größenordnung in der deutschen Wirtschaft und in der Nachkriegsgeschichte, weil nämlich diese Operation einmal notwendig war im Interesse der mehr als 100 000 Beschäftigten und der Sicherung ihrer Arbeitsplätze auf Dauer und weil zweitens ... ein solcher Anpassungsprozeß aus sich selbst heraus nach meiner Meinung ein Beitrag zur Stabilisierung unserer wirtschaftlichen Grundordnung ist... Sie wissen, daß ich mir das Recht herausnehme, meine Meinung zu sagen, daß ich kein Verständnis dafür habe, wenn der Ministerpräsident eines Bundeslandes uns heute durch die Presse wissen läßt, er nehme diese Entscheidung nicht hin. In welcher Wirtschaftsordnung leben wir denn eigentlich? Was ist das eigentlich für ein politisches Grundverständnis von Menschen, die dieser Ordnung ... zustimmen und gleichzeitig sagen, sie nehmen eine autonome Entscheidung eines Unternehmens schlicht und einfach nicht hin? Damit gleich klar ist, daß ich auch zur anderen Seite nicht schweigen will: Es erhebt sich allerdings die Frage, ob das Verhalten der Arbeitnehmervertreter der Sache Mitbestimmung, die sie selbst vertreten, genutzt oder geschadet hat.

Die IG Metall kritisierte die Entscheidung des Aufsichtsrats. Sie erklärte:

Der Vorschlag der Arbeitnehmervertreter sieht im einzelnen vor, daß die geplanten Massenentlassungen in den Werken Salzgitter, Hannover und Neckarsulm auf rund 4700 Personen reduziert und auch nicht sofort vorgenommen werden, sondern auf das 2, Halbjahr 1975 und das gesamte Jahr 1976 verteilt werden. Darüber hinaus sollte sich die Konzernleitung verpflichten, auf vorgesehene Massenentlassungen dann zu verzichten, wenn eine Besserung der wirtschaftlichen Lage eintritt. Die Arbeitnehmervertreter waren mit beschäftigungspolitischen Anpassungsmaßnahmen in Form von Aufhebungsverträgen, Nichtersetzen der Fluktuation und Pensionierungen für rund 15 000 Arbeitnehmer einverstanden, wenn diese Maßnahmen gleichmäßig auf die Jahre 1975 und 1976 verteilt werden ... Sie bedauerten, daß Ihr Versuch, zu einer einvernehmlichen Regelung im Aufsichtsrat zu kommen, an der mangelnden Kompromißbereitschaft der Kapitaleigner scheiterte.