Zwei Jahre hat die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank in München nahezu auf der Stelle getreten, um die vorher betriebene Expansion zu verdauen. Jetzt zwingt der ständige Kostenanstieg dazu, das Geschäft wieder auszuweiten. Kein glücklicher Zeitpunkt; denn bei anderen Banken schrumpfen zur Zeit die Bilanzsummen.

Das Geschäftsjahr 1974 hat die Bayerische Hypo dazu benutzt, unsichtbares Fett anzusetzen. Dem Vorstand ist zu glauben, daß kräftig mehr verdient worden ist als 1973, auch wenn die auf 26,6 (28,9) Millionen Mark geschrumpfte Ertragssteuerposition eher das Gegenteil anzudeuten scheint. Nach Aussage des Vorstandes hat sich das Betriebsergebnis vervierfacht. Aber es war eben Raum genug in der Bilanz, die Gewinne steuerneutral unterzubringen. Dabei wurde auch ein Schönheitsfehler beseitigt. Das DUB-Schultheiss-Paket ist zum Jahresschlußkurs und nicht mehr mit einem „Paketaufschlag“ bewertet worden. Dabei trifft es sich vortrefflich, daß der DUB-Schultheiss-Jahresschlußkurs von 346 Mark auch nahezu der Jahreshöchstkurs war. Inzwischen ist die DUB-Schultheiss-Aktie auf 292 Mark zurückgefallen. Aber das wird sich zum kommenden Jahresende wohl wieder ändern.

Die Gerüchtewelle des vergangenen Jahres, von der die Bank nach Ausbruch der Herstatt-Krise heimgesucht wurde und die zu einem lawinenartigen Einlagenabzug führte, hat in der Bilanz 1974 keine Spuren hinterlassen. Die Aktionäre der Bank erhalten wieder eine Dividende von neun Mark je 50-Mark-Aktie. Der Hauptversammlung wird die Schaffung eines „genehmigten Kapitals“ von 60 Millionen Mark vorgeschlagen. Zunächst soll davon jedoch noch kein Gebrauch gemacht werden.