Sehenswert:

„Fantastic Planet“ von René Laloux und Roland Topor. In dreijähriger Arbeit entstand, frei nach Stefan Wuls Science-Fiction-Roman „Oms en serie“, der beste europäische Animationsfilm seit langem. „Le planète sauvage“, 1972 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet, ist ein bizarrer Trip in eine surreale Welt voller Schrecken und Geheimnisse. Auf dem fernen Planeten Ygam leben die Draags, zwölf Meter große Androiden mit blauer Haut, roten Augen und muschelförmigen Ohren. Als Haustiere halten sie sich die Oms, putzige Menschlein, die von einem längst zerstörten Stern stammen. Der Held der Geschichte ist ein vorwitziger Om namens Terr, der eine Revolte gegen die klugen Androiden anführt. Seltsame Fabelwesen und monströse Apparaturen bevölkern die Welt der Ygams und der Oms, von Topor mit spielerischem Erfindungsreichtum gezeichnet. Die ebenso vergnügliche wie hintergründige Parabel läuft in einem Doppelprogramm zusammen mit dem australisch-amerikanischen Wellenreiter-Epos „Crystal Voyager“ von George Greenough: der erste Versuch, bei uns die in den angelsächsischen Ländern populäre Einrichtung des „Double Feature“ zu etablieren.

Mittelmäßig:

„Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak?“ von faul Bogart. Derart verwegen absonderliche Verleihtitel – im Original heißt der Film schlicht „Mr. Licco“ – denkt sich der Generaldirektor der deutschen MGM am liebsten selbst aus. Auch der aufmerksamste Betrachter vermag weder einen toten Hund noch ein Beefsteak in der unauffällig-gediegen inszenierten Geschichte eines cleveren Strafverteidigers in San Francisco zu entdecken. So konzentriert sich das Interesse auf die tragikomischen Versuche des alten Kämpen Dean Martin, sein Image als Säufer und Charmeur umzukrempeln. Statt mit Bourton und Blondinen zeigt sich der einst so fröhliche Lebemann heuer mit Milch und Magengeschwür, als trauriger Nichtraucher und Junggeselle, der bei der Morgentoilette vergebens versucht, eine leere Zahnpasta-Tube noch ein wenig auszuquetschen. Dino spielt das nicht ohne eine gewisse Selbstironie, aber auch er kann das aus betagten Versatzstücken einfallslos konstruierte Drehbuch nicht vergessen machen.

Ärgerlich: