Deutschlands Großunternehmen bekommen Weltformat. Zum erstenmal kann sich jetzt ein Unternehmen der Bundesrepublik mit Top-Firmen der amerikanischen Industrie messen. Mit einem Umsatzpotential von 25 Milliarden Mark steht der neue Energiekonzern Veba/Gelsenberg sogar mit IBM gleich, die in der amerikanischen Rangliste Platz acht belegt.

Durch Fusion kam auch Deutschlands Unternehmen Nummer zwei zu Wachstum. Mit Rheinstahl im Verbund preschte Thyssen vom achten auf den zweiten Platz vor. Aber auch ohne Partner steuerten viele auf gutem Kurs. Texaco ging mit plus 52 Prozent vom 33. auf den 24. Platz, Mobil schaffte mit 49 Prozent einen Sprung um acht Punkte nach oben, und Esso packte es mit 34 Prozent an. Wo nach Kohle gegraben oder Öl gepumpt wurde, wo Stahl geschweißt und genietet und chemische Erzeugnisse verkauft wurden, buchten die Manager Umsatzerfolge wie noch nie.

Für etliche gab es trotzdem ein böses Erwachen, denn Umsatz ist nicht gleich Gewinn (siehe Seite 17). Selbst Umsatzexplosionen verraten nicht, was innen vorgeht. So kassiert der Staat rund die Hälfte der ölumsätze über Mineralölsteuern. Ähnlich ergeht es der Zigarettenindustrie. Von jeder umgesetzten Mark holt sich das Finanzamt 74 Pfennige. Ohne den "Staatsanteil" am Umsatz müßte so manche Firma die Rangleiter in unserer Umsatztabelle um etliche Sprossen herabsteigen.

Einige schaffen es auch so. Mit Umsatzeinbußen von 19 und 24 Prozent fielen die Autofirmen Opel und Ford erstmals um mehrere Plätze zurück. Wohl dem, der diversifiziert hat und über die Grenzen hinaus auf vielen Märkten operiert. Alle 100 Industrieunternehmen besitzen Beteiligungen, Eingliederungs-, Gewinnabführungs- und Beherrschungsverträge mit Partnern. Nach deutschem Aktienrecht wird "konsolidiert".

Den Geschäftsdaten des "Stammhauses" folgt ein Konzernabschluß, in dem das deutsche Unternehmen alle inländischen Firmen, an eignen sie zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist, einbezieht. Diese Konzernumsätze, abzüglich der Mehrwertsteuer und den Umsätzen innerhalb der Konzerngesellschaften, ergeben die Rangordnung in unserer Tabelle.

Doch es gibt Ausnahmen. Wer stark im Ausland engagiert ist, wie Bayer mit 314 Auslandsbeteiligungen, stellt häufig eine zusätzliche "Weltbilanz" auf, die realistischere Daten als die "innerdeutschen" gibt. Bayer addiert die Zahlen der AG mit denen der Firmen im In- und Ausland, an denen sie mit 50 Prozent und mehr beteiligt ist. Hoechst verfährt ebenso. Die BASF fährt dagegen mit gedrosselter Kraft. Sie bezieht in ihre Weltbilanz nur Umsätze in Höhe ihrer 50- und mehrprozentigen Beteiligungen ein. jfr.