Wirtschaft

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DIE ZEIT

Machtkampf der Offiziere

Francisco da Costa Gomes, portugiesischer Staatspräsident, wurde in der vorigen Woche ungewohnt deutlich: Seine Landsleute sollten endlich weniger reden und mehr arbeiten.

Rendezvous im Weltraum

Wenn am kommenden Dienstag gegen Mittag im zentralasiatischen Baikonur und siebeneinhalb Stunden später auf Merrit Island in Florida je ein bemanntes Raumschiff in den Sommerhimmel geschossen wird, beginnt das, was mancher als herzerwärmende Wissenschafts- und Politshow empfinden mag, was man aber auch einen gigantischen Anachronismus nennen Kann.

Der jähe Sturz der Magier

Der Einzige weit und breit, der noch ein Patentrezept anzubieten wagt, scheint Heinz Oskar Vetter zu sein. Vetter, gegegenwärtig auch Vorsitzender des Europäischen Gewerkschaftsbundes, verkündete in Brüssel: Wenn die Regierungen nicht durch neue Programme endlich die Konjunktur ankurbeln, werden die Gewerkschaften im Herbst zu Demonstrationen schreiten.

Staatsschnüffler

Wenn man den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger über Rechtsstaat und Radikale reden hört, kann einem schon bange werden.

Ein Weltreisender für Israel

Es ist nach wie vor fast unmöglich, von Nahum Goldmann nicht gefesselt zu sein. Nicht davon, daß er reich ist (an Geld fehlte es ihm nie, selten auch an Glück), daß er sich mancherlei Luxus leisten kann (gelebt hat er schon seit früher Zeit mit Genuß), daß er auf Frauen eine scheinbar magische Anziehungskraft ausübt.

Zeitspiegel

Wer dient, muß leiden. Eine schweizerische Arzneimittelfirma ermittelte in einer Fragebogenaktion, daß die Beamten mehr Beruhigungsmittel schlucken als jede andere Berufsgruppe.

Moskaus loyale Opposition

Roy A. Medwedjew, der 50jährige sowjetische Historiker, führt seit Jahren einen mutigen Kampf gegen alle Versuche einer Rehabilitierung Stalins und dessen Herrschaftsmethoden.

Heikle Mission

Wir stehen, ob Ältere oder Jüngere, unter dem Gesetz der Geschichte. Wir können ihr nicht weglaufen. Wir dürfen die steuer erkauften Erfahrungen nicht vergessen, aber wir brauchen uns auch nicht zu Gefangenen der Geschichte machen zu lassen.

Verfeindete Verbündete

Die französische Volksfront leidet an der portugiesischen Krankheit. Gebannt blicken die Linken von Paris nach Lissabon. Denn von dort droht Gefahr für das ohnehin nicht solide Bündnis zwischen Frankreichs Sozialisten und Kommunisten.

Stuttgarter Streitereien

Was sich anfangs wie ein hausinterner Schwabenstreich ausnahm, hat sich inzwischen als handfester Skandal entpuppt: Die Kündigung des innenpolitischen Ressortleiters der Stuttgarter Zeitung, Fritz Richert, setzt den vorläufigen Schlußstrich unter eine Affäre, die als Duell zwischen schwäbischen Dickköpfen begann und nun zu einem Testfall für das Verhältnis zwischen Journalisten und Verlegern geworden ist.

Texte des Überlebens

Am Ende hatte sie ein Kindergesicht, klein, eingefallen über dem schmächtigen, vom Krebs zerfressenen Körper: Margret Boveri, Schriftstellerin, politische Publizistin, Kritikerin, Übersetzerin, wenige Wochen vor ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag gestorben am 6.

Guillaume-Prozeß: Glanzvoll als graue Maus

Es wird erwartet, daß er sich schämt, aber Günter Guillaume denkt nicht daran. Im Gegenteil, von der Anklagebank herunter macht er Faxen, tuschelt mit seiner Frau Christel und kommentiert den Verlauf der Verhandlung mit amüsiertem Grinsen, großspurigen Gesten oder gelangweiltem Gähnen.

Krise in Argentinien vertagt

Nach einem 48stündigen Generalstreik haben Gewerkschaften und Regierung in Argentinien ihre Auseinandersetzungen mit einem Kompromiß beendet – vorläufig: Der Machtkampf ist nicht entschieden, sondern nur vertagt worden.

Wohin treibt Indien?

Die Ereignisse der vergangenen Woche in Indien haben den Befürchtungen, daß der Subkontinent in die Diktatur marschiert, nicht den Boden entzogen.

Knoten und Schleifen

Einstweilen ist den Bonnern keine Sommerpause vergönnt. Zwar herrscht an der innenpolitischen Front Ferienruhe, aber dafür spielt die internationale Politik eine um so größere Rolle.

Ohne Atomkraft leben?

Alle Argumente sprechen dafür, jedenfalls so viel Energie zu sparen wie möglich. Die Frage ist nur, wie weit man damit kommen kann.

"Ein Zeichen setzen"

Schildbürgerstreich: "stern’’ -Chefredakteur Nannen soll die Ehrenbürgerrechte verlieren

Frankfurt: Weder Fisch noch Fleisch

Wenn sich auch ringsherum die Schultüren schlossen – in Hessen gab es immer noch einen Platz für junge Lehrer, die der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) angehören.

Fährstreik

Für rund 3000 deutsche Finnlandtouristen war der Urlaub schon verdorben, ehe er überhaupt begonnen hatte. Nachdem sie sich mühsam auf den überfüllten deutschen Autobahnen gen Norden gequält hatten, war die Reise an der Wasserkante vorläufig beendet.

Die Spreu vom Weizen trennen

Wer ein Silberputzmittel kauft, das kein Silber putzt, der wird es ein zweites Mal nicht mehr kaufen. Darum muß keine Behörde von Silberputzmittel-Herstellern verlangen, daß sie die Wirksamkeit ihres Produktes unter Beweis stellen, ehe sie es verkaufen dürfen.

Soll der Arzt entmündigt werden?

Die Ministerialbürokratie hat ein Gesetz entworfen, das in unserem Land mehr Arzneimittelsicherheit bringen wollte. Von der Contergan-Katastrophe aufgeschreckt, erkannte man in Bonn die Bedeutung der Sicherheit von Arzneimitteln und schenkte der Sorgfaltspflicht der Hersteller eine größere Aufmerksamkeit.

Wo der Rubel noch rollt

Die Situation erscheint paradox: Obwohl sich bislang alle optimistischen Konjunkturprognosen als falsch herausgestellt haben, obwohl die Aufträge der deutschen Industrie ständig abnehmen und obwohl die Arbeitslosenziffer trotz aller Hilfsprogramme noch über eine Million liegt, herrscht in den deutschen Börsensälen Hochstimmung.

Gescheitert an der Realität

Seit sich Wolff von Amerongen, wie man in Bonn meint, auf Bundeskanzler Helmut Schmidt eingeschossen hat, decken sich seine Urteile nur noch selten mit denen der Regierung.

Bonner Kulisse

Während in Bonn mehr oder weniger offen an der Sanierung der Bundesanstalt für Arbeit in Form einer Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gearbeitet wird, plädiert der Präsident der Bundesanstalt, Josef Stingl, dafür, de Beiträge nicht zu erhöhen.

Regierungschefs ertrinken in Kleinkram

Auf die Frage, was er für das wichtigste Ergebnis der Pariser Gipfelkonferenz der Europäischen Gemeinschaft (EG) im Dezember 1974 halte, soll der französische Staatspräsidnet Valéry Giscard d’Estaing geantwortet haben: daß sie stattgefunden hat.

Wer die Arbeit kennt...

Die Herren spitzten die Ohren und vernahmen Unglaubliches. "Warum soll ich denn bei dir überhaupt arbeiten? Mit 300 Mark Arbeitslosengeld in der Woche lebe ich doch gut.

Italien: Rote Fahnen über Bosch

Vergeblich klingelt das Telephon bei der Bosch-Tochter Philco Italiana SpA im norditalienischen Bergamo. Niemand antwortet. Seit dem 1.

Ein Hauch von Pußta

In Ungarn brachte er es bis zum Leutnant der Feldgendarmerie. In Kanada besaß er ein eigenes Sägewerk. Doch sein Avancement als Bankier in München ist neuerdings ins Stocken geraten: Viktor Rittler, Komplementär des Bankhauses Otto Dierks de Co.

Zweiter Schlag an der Elbe

Die Welt hat sich verkehrt: Der Slogan "Not macht Diebe" stimmt nicht mehr. Denn wer im Überfluß lebt, klaut öfter. Dies ist die Erkenntnis einer fünfmonatigen Kampagne des "Kuratoriums zur Bekämpfung der Wohlstandskriminalität das sich im vergangenen Herbst in Bonn konstituierte und jetzt in und um Köln und Bonn erstmals eine Großaktion gegen den Ladendiebstahl veranstaltet hat.

Der "linke Vogel" geht

Dies ist die scheinbar verkehrte Welt des Pierre Dreyfus. Zwanzig Jahre lang stand er unangefochten an der Spitze der Regie Renault, Frankreichs größtem, exportstärkstem und unruhigstem Unternehmen.

Inflation der Kassen

Pfründenwirtschaft verhindert eine sinnvolle Organisation der Sozialversicherungen

Bundesbank in Nöten

Die Freigabe von rund vier Milliarden Mindestreserven, Geld, das bisher von den Kreditinstituten zinslos bei der Bundesbank hinterlegt werden mußte, hat noch nicht die gewünschte Entlastung für den Rentenmarkt gebracht.

Aus Unternehmunegn

Auch nach dem Branchen-Boomjahr 1974 ist für die PWA Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg AG, München, der Zeitpunkt für die Aufnahme normaler Dividendenzahlungen noch ungewiß.

Fonds unter einem Dach

Die gemeinnützige Bremer Treuhand, Deutschlands renommiertes Haus für Immobilienfonds, ist eine Ehe mit einem verwandten Fondshaus eingegangen, der AGI, Kapitalanlagegesellschaft, die einen offenen Immobilienfonds verwaltet.

Pannenhilfe

Dank einer unorthodoxen Finanzierungsmethode hat sich Italien mit 5176 Kilometern (Bundesrepublik: 6071 Kilometer) das zweitlängste Autobahnnetz in Europa erbaut.

Angst vor der eigenen Courage

Frankreichs Währungspolitiker bekommen Angst vor der eigenen Courage. Eigentlich sollte die Rückkehr des Franc in die Währungsschlange am 10.

Boom in der Krise

Die Aktienmärkte spielen verrückt. Wo Streiks und Krisen ausblieben, wie in Österreich und den Niederlanden, enttäuschten die Kurse.

Die Versuchung des Bürokratius

Bei der Bundesbahn wurde publik, was sonst nur im verborgenen blüht – der Mißbrauch, den manche Diener des Staates mit ihren Ämtern betreiben, um sich selber Vorteile zu verschaffen: Für ganze 600 Mark im Monat bewohnt der Personalchef der Deutschen Bundesbahn ein 150 Quadratmeter großes Wohnhaus mit Garten und Swimmingpool.

Die "dritte Säule" wird ausgebaut

Seit einigen Wochen verschickt das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft Unterlagen für die Qualifikationsstufe eines Bauwettbewerbs "Überbetriebliche Ausbildungsstätten".

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