DIE ZEIT

Die Uhr läuft

Die Spatzen pfeifen es längst von allen Dächern, daß sich Israelis, Ägypter und Amerikaner in einer Art Dreiecksgeschäft über Positionen und Prozeduren eines zweiten Sinai-Vertrages geeinigt haben.

Viele fromme Wünsche

Der erschöpfende Zickzack- und Hickhackgang der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) durch das Dickicht der Genfer Expertengespräche ist vollbracht.

Mitspieler oder Spielmacher?

Es ist kaum zu glauben, daß vom selben Land die Rede ist. Die internationale Bedeutung der Bonner Außenpolitik und ihre innenpolitische Beschreibung haben fast nichts gemeinsam.

Mini-Konflikt

Alarmsignale sind verfrüht, Aufmerksamkeit indes ist geboten: Die sozial-liberale Koalition übt den begrenzten Konflikt. Und da wird wenig ausgelassen.

Zeitspiegel

Bundeskanzler Schmidt wird für seine Fertigkeiten im Orgel- und Klavierspiel von der Rundfunkanstalt "Europawelle Saar" eine "Goldene Europa"-Statuette erhalten.

Der "große Vorsitzende" aus Bonn

Willy Brandt kehrt nach politischen Nackenschlägen stets in einer neuen Rolle auf die Bühne zurück. Aus dem Bundeskanzler, der zuletzt nur noch ein Kanzlerdarsteller war, ist binnen Jahresfrist der "große Vorsitzende" geworden, weit mehr als nur ein Parteichef.

Wolfgang Ebert: Husch, husch ins Körbchen!

Erst seit sich die Genfer Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ihrem Ende zuneigt, weiß ich mit Sicherheit, daß mein Freund Bernie Probleme hat, weil er einer stark benachteiligten Minderheit angehört.

Schlapper Staat

Bei der Festsetzung der neuen Lohngrenzen haben die britischen Gewerkschaften wieder einmal eine Krisensituation und eine Schwächepause der Regierung dazu genutzt, ihre Sache voranzutreiben.

Kein Papagei

Dem designierten Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Richard Meier, läßt sich nichts von dem anlasten, was seinen Vorgängern angekreidet wurde: Weder ist er parteipolitischer Hörigkeit verdächtig wie Günter Nollau – Meier gehört keiner Partei an.

Runter von Ross

Der Hamburger Richterwahlausschuß hat eine Entscheidung getroffen, die schon Anfang März auf der Tagesordnung stand: er schlug dem Senat einen neuen Präsidenten des Amtsgerichts Hamburg vor, nachdem der bisherige Chef dieses (mit 1700 Mitarbeitern größten deutschen) Gerichts in den Ruhestand getreten ist.

Ran an Roeder

Sonnenschein draußen, Eintracht drinnen – so konstituierte sich der neue Landteag des Saarlandes am Montag dieser Woche. Auch das protokollarisch heikle Problem, wer als Alterspräsident die Sitzungsperiode eröffnen sollte, war von den Parteien vorab geklärt.

Wer folgt auf Fanfani?

Sich selbst zerfleischen oder nur einen Sündenbock opfern – vor diese Alternative sehen sich Italiens Christdemokraten an diesem Wochenende gestellt, wenn ihr Nationalrat – das Parteiparlament – die Konsequenzen aus der Wahlniederlage des 15.

Begrenzte Konflikte

Die ersten Vorwehen des Bundestagswahlkampfes und die beginnende Sauregurkenzeit ergeben eine brisante Mischung. Dies vorweg, wenn vom jüngsten Rumoren in der sozial-liberalen Koalition die Rede ist.

Anti-Terrorplan der Union

Mit einem "Offensivkonzept zur Bekämpfung des anarchistischen Terrors und seiner Grundlagen" sind die Innenminister der CDU/CSU-regierten Länder Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Saarland aus der bislang geschlossenen föderalistischen Anti-Terror-Front ausgebrochen.

"Juckepunkt" Demokratisierung

Wir reden von der Unregierbarkeit, und ich denke, wir sollten zunächst ein paar, wie wir in Hamburg sagen, "Juckepunkte" nennen, die das Regieren schwer machen und den Zustand der Städte, den gegenwärtigen Zustand der Städte, beschreiben.

Fragen zur Zukunft

Der Untertitel dieses Buchs ist eine höchst nützliche, vielfach verwendbare Formel. Es kommt ja nicht darauf an, uns noch einmal daran zu erinnern, daß wir an einem Scheideweg stehen; das glauben ohnehin fast nur diejenigen, die schon resigniert haben, und die anderen hören diese Moralpredigt so ungern.

Suche nach Frieden

Dies ist nicht übertrieben: Lothar Ruehl hat ein Buch vorgelegt, das den Ansprüchen an ein Lexikon der Sicherheitspolitik ebenso genügt, wie es die Erwartungen des historisch interessierten Lesers an eine Geschichte der internationalen Machtentwicklung in den vergangenen 40 Jahren erfüllt.

Die Praxis braucht "Diplom-Manager"

Studenten der Wirtschaftswissenschaften hatten es immer schwer, von den Praktikern der Wirtschaft ernst genommen zu werden. Nach einem Studium der Volkswirtschafts- oder Betriebswirtschaftslehre hielten sich die frisch examinierten Akademiker zwar für prädestiniert, eine Führungslaufbahn in der Industrie, im Handel oder bei großen Dienstleistungsunternehmen im Steilstart zu beginnen, sie wurden aber stets geringer bewertet, als sie glaubten.

Aus der Krise in die Pleite

Vor zwei Jahren galt sie als einer der leistungsfähigsten Industriezweige der Welt, die Monat für Monat neue Rekorde erzielte; heute droht ihr der Zusammenbruch.

Programm für einen Aufschwung

Halten Sie es für möglich, daß Helmut Schmidt die Gewerkschaften dazu bringen kann, sich 1976 mit Lohnsteigerungen von weniger als drei Prozent zufriedenzugeben? Eine ehrliche Antwort auf diese Frage kann wohl nur lauten: Lohnerhöhungen, die drastisch unter der Teuerungsrate bleiben, sind politisch nicht durchsetzbar.

Hinzugelernt

Die Bundesbank macht mächtige Anstrengungen, den Kapitalmarktzins nicht steigen zu lassen. In der vergangenen Woche hat sie mehr als 300 Millionen Mark zur Kursstützung der von ihr betreuten öffentlichen Anleihen aufwenden müssen.

Hintertür

Die Ölscheichs sinnen seit langem darüber nach, wie sie den Dollarpreis für ihr Öl an einen Index binden können, damit sie nicht zu Opfern der Inflation im Verbraucherland Amerika werden.

Bonner Kulisse

Andreas von Bülow, SPD-MdB und Haushaltsexperte seiner Fraktion, hat Ärger bekommen, weil er es sich nicht verkneifen konnte, einen namentlich nicht genannten Gutachter des Bundesrechnungshofes zu kritisieren.

Wirkt die bittere Medizin?

Das Arbeitsministerium hat eine besondere Informationsstelle eingerichtet und mit neun Telephonanschlüssen ausgestattet. Im Kabinettsamt der Regierung stellt der vom "Daily Mirror" ausgeliehene Labour-Sympathisant Geoffrey Goodman eine Propagandaabteilung zusammen, die mit weiteren Journalisten bemannt werden soll.

Hereingelegt

Was wäre wohl geschehen, wäre die von der Bonner Regierungskoalition zunächst geplante "Fristenlösung" des Strafgesetzbuch-Paragraphen 218 in Kraft getreten und hätte sich der Gesetzgeber schon vor einem Jahr mit dem Plan befassen müssen, die Kosten sämtlicher Schwangerschafts-Unterbrechungen von den Krankenkassen tragen zu lassen? Die Frag ist hypothetisch, aber sie läßt sich beantworten: Der Plan wäre spätestens am Einspruch des Bundesrates gescheitert: Es könne nicht Aufgabe einer Versicherten-Gemeinschaft sein, alle Abtreibungen "kostenfrei", zu machen.

Glaubenskrieg um den Wettbewerb

Das Bundeskartellamt und sein Präsident mußten sich in letzter Zeit eine ganze Reihe von Vorwürfen gefallen lassen. Im Wirtschaftsministerium rügte man die "buchhalterische Betrachtung des Wettbewerbs" und "Monomanie" bei der Addition von Marktanteilen.

Dreiring und Pfauenthron

Wo Brasiliens schnellwüchsige Industrie am schnellsten wächst, da ist künftig auch der Herrscher des Irans\ mit von der Partie.

Warum mußte Goethe sterben?

Fünf Jahre lang verkehrte "Goethe" zweimal täglich zwischen Frankfurt und Paris. "Dann haben wir gemerkt", so Horst Walker, Bundesbahndirektor und Dezernent für den Personenzugplan bei der Zentralen Transportleitung in Mainz, "so geht es nicht weiter.

Das schwarz-rote Bündnis

Das Gespräch sollte, nach dem gemeinsamen Wunsch aller Beteiligten, "endlich Klarheit" (Bundeskanzler Helmut Schmidt) über die Finanzen des Bundes und der Länder in diesen und im kommenden Jahr bringen.

Karriere: Sprung auf den Leopard

Als er vor zwei Wochen auf einer Teststrecke zum erstenmal den Kampfpanzer "Leopard" mit Tempo 40 durch ein Wasserloch fuhr, fühlte er sich "ausgesprochen wohl": Mit dem "Leopard" strebt Hans-Heinz Griesmeier, seit Anfang des Monats Vorstandsvorsitzender der Flickschen Panzerschmiede Krauss-Maffei AG in München-Allach, eine neue Karriere in einem völlig anderen Metier und Milieu an.

Aus Unternehmungen

Geschockt durch die überdurchschnittlich hohen Abschreibungen im Jahre 1973 schichtet die Iduna Vereinigte Lebensversicherung aG für Handwerk, Handel und Gewerbe in Hamburg ihre Vermögensanlagen um.

Die VW-Aktie bleibt ein heißes Eisen

Wer gedacht hatte, die Hauptversammlung des Volkswagenwerkes in Wolfsburg würde Klarheit über den künftigen Kurs des Unternehmens bringen, sieht sich getäuscht.

Wechsel der Favoriten

In den Börsensälen vollzieht sich ein rascher Szenenwechsel. Er zeigt an, daß die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt in eine nervöse Phase eingetreten ist.

Nepp im Pub

Im Public House, das verkürzt einfach "Pub" oder auch "Local" genannt wird, sollen strengere (Preis-)Sitten gelten. Dieses "Zentrum des sozialen Lebens für eine große Zahl von Leuten (besonders Männern) in Großbritannien" – so das regierungsamtliche Informationshandbuch –, das bisher alle Bemühungen um großzügigere Öffnungszeiten abgewehrt und Kindern und Jugendlichen den Eintritt verweigert hat, wird einer Neuerung wahrscheinlich nicht ausweichen können: Die Labour-Regierung ist entschlossen, die Wirte zum Aufhängen von Preislisten zu verpflichten.

Schonzeit für Unternehmer

Forderungen von 25 Prozent liegen diesmal außerhalb der Zeit und der Situation." Mit diesen Worten dämpfte der Leiter des mächtigen kommunistischen Gewerkschaftsverbandes CGIL, Luciano Lama, die Erwartungen der Genossen.

Den Amis heimgeleuchtet

Der Versuch des US-Konzerns General Electric (GE), die Kapitalmehrheit an der Glühlampenfirma Osram GmbH zu übernehmen, ist gescheitert.

Vor einem heißen Herbst

Die zahlreichen Paris-Touristen staunten nicht schlecht. Was sich unter dem Eiffelturm abspielte, war die reinste dem mes. Es wurde gesungen, gepicknickt und getanzt.

Inflation in der Speisekammer

In den vergangenen zwölf Monaten war der Preisanstieg für Nahrungs- und Genußmittel immer deutlich geringer als der Anstieg der Lebenshaltungskosten insgesamt.

Knüller im Kasten

Er ist der größte Kassenknüller der Filmgeschichte und spielte bisher über 85 Millionen Dollar ein. In der vergangenen Woche gelang es der Paramount Pictures, einer Tochtergesellschaft des US-Filmkonzerns Gulf & Western, auch noch, ihn für einen Rekordpreis einer amerikanischen Fernsehgesellschaft zu verkaufen: 15 Millionen Dollar zahlte die National Broadcasting Corporation (NBC) für zwei Teile des "Paten", in dem Marlon Brando die Hauptrolle spielt.

Ford schlägt Opel

Mit gutem Gewissen konnten es die Werbeleute großformatig verkünden: "Ohne Ford wäre alles beim alten geblieben." Mit Erstaunen muß es das Publikum vernommen haben; denn eben weil bei Ford selbst jahrelang alles beim alten geblieben war, hatte es sich fast an den Niedergang der amerikanisch-kölschen Marke gewöhnt.

Europäische Haushaltspolitik: Beim Geld endet die Freundschaft

Rechtzeitig zur Sommerpause ist zwischen Bonn und Brüssel alter Zank neu ausgebrochen. Anlaß des Streits, der schon in den vergangenen Jahren die Sauregurkenzeit kurzweiliger machte, ist wiederum die Haushaltswirtschaft der Europäischen Gemeinschaft (EG).

Vorfahrt auf dem Kundenparkplatz

Das geschah: Der Bürger, nach dem Einkauf, steuerte dem Ausgang des Kaufhaus-Parkplatzes zu. Dabei fuhr er auf ein von rechts aus einer anderen Fahrspur kommendes Fahrzeug auf.

+ Weitere Artikel anzeigen