DIE ZEIT

Libanon im Feuersturm

Ein Land ist dabei, sich selber umzubringen: der Libanon. Blutige Stammeskonflikte unter Christen und Moslems, auch Machtauseinandersetzungen zwischen Libanesen und Palästinensern gehörten bislang schon zum Alltag dieses arabischen Kleinstaates am östlichen Ufer des Mittelmeers.

Ohne Konzept

Wenn unter Freien Demokraten der Name Bangemann fällt, breitet sich bei Linken wie Rechten eine melancholische Stimmung aus.

Das Ende eines Waffenstillstandes

Helmut Schmidt bekommt nun zum ersten Male seit seinem Amtsantritt vor sechzehn Monaten zu spüren, daß er der Kanzler der SPD, nicht aber ihr Führer ist.

Zeit der Gewalt

Diesmal ist wirklich ein Schuß gefallen; die Kugel hat Gerald Ford nur knapp verfehlt. Im Aufschrei der Augenzeugen von San Francisco offenbarte sich das Entsetzen über das Unfaßbare, wenngleich doch längst Erfahrene.

Francos Terror

Alle haben sie protestiert oder um Gnade gebeten – der Papst, der Klerus, fremde Regierungen, Intellektuelle, Gewerkschaften, Parteien.

Der Klare aus der Computer-Generation

Als der konservativen österreichischen Volkspartei (ÖVP) im Juli nach dem tödlichen Unfall ihres Kanzlerkandidaten Karl Schleinzer für die Wahlen vom 5.

Worte der Woche

„Wenn man nachweisen kann, daß sie in drastischer Weise beeinflußt wurde oder daß ihre sogenannte freiwillige Teilnahme an den Delikten das Ergebnis einer aufgezwungenen Gehirnwäsche war, dann gibt es sowohl gesetzlich als auch menschlich mildernde Umstände.

Zeitspiegel

Münchens schon immer sehr wendige Polizei weiß die Zeichen der Zeit wohl zu erkennen. Gehörte es früher erklärtermaßen zu den Pflichtübungen der Beamten, das SPD-Parteibuch zu erwerben, um die Karriereaussichten nicht zu verderben, wechseln nun nicht wenige die Fahnen.

„In drei Jahren bin ich verrückt“

Diese letzten Stunden sind unerträglich“, kabelte am Montag ein Reporter des Pariser Figaro aus dem Norden des Tschad. In einer kleinen Hütte, kaum vor der sengenden afrikanischen Wüstensonne geschützt, wartete die französische Archäologin Françoise Claustre auf ihr Ende.

Der Kommandeur im Grabenkampf

Georg Leber ist und bleibt Bundesminister der Verteidigung. Ebenso steht nicht zu erwarten, daß er im nächsten Bundestag fehlen wird.

Los von Moskaus Fesseln

Das von Henry Kissinger ausgehandelte zweite Sinai-Entflechtungsabkommen zwischen Israel und Ägypten hat Moskau in die Defensive gedrängt.

Raketen ins Pulverfaß?

Israel drängt seinen Schutzpatron Amerika zu neuer Milliarden-Hilfe für das Militär

Wolfgang Ebert: Mit Mao schwimmen

Was ist in dieser Saison das St.-Tropez, Acapulco oder Kampen des politischen Jet-sets? – „Paris und London jedenfalls nicht mehr, die sind ziemlich passé“, erfuhr ich von Mr.

Frischer Wind im WDR?

Schneller als erwartet, werden die Mitglieder der Aufsichtsgremien beim Westdeutschen Rundfunk jetzt beim Wort genommen. Ihr Wunsch nach Wandel im größten ARD-Sender war bislang ein guter Vorsatz – nun muß er auch verwirklicht werden.

Die Spielmacher von der Saar

Seit diesem Mittwoch hat Werner Klump, saarländischer FDP-Vorsitzender und Chef einer Drei-Mann-Fraktion im Landtag, einen Brief in der Hand, der nicht hätte geschrieben werden brauchen.

Liberale auf neuem Kurs

„Gemäßigte Tories blicken auf Disraeli“, lautete eine Schlagzeile im Observer vom letzten Sonntag, und kein Leser fand das etwa zu weit hergeholt.

Krisen- und Spar-Massage

Worauf hat Herbert Wehner wohl angespielt, als er den Lübecker Nachrichten den dubiosen Satz sagte: „Die Sozialdemokraten hätten jetzt beinahe erleben müssen, daß sie ein Bein dieser Regierung und dieser Koalition verloren hätten.

Erfolg für Soares

In der neuen provisorischen Regierung Portugals – der sechsten seit dem Sturz des Caetano-Regimes – sind die Kommunisten nur mit einem Minister vertreten.

Risse in Frankreichs Volksfront

Das Bündnis der französischen Linksparteien steht vor einer neuen, schweren Zerreißprobe. Robert Fabre, Präsident der Linksradikalen, neben Kommunisten und Sozialisten dritter und kleinster Bündnispartner, erbat im Alleingang eine Audienz bei Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing.

Keine Konkurrenz für Koschnick

Die Freie Hansestadt Bremen, älteste deutsche Stadtrepublik und mit nur 736 000 Bürgern das kleinste Bundesland, rüstet zum Wahltag.

Zuwenig Zeit für Berlin

Die Ostpolitik der Bundesregierung kann anscheinend nur durch Kontakte auf höherer Ebene vorangebracht werden: In New York trafen sich Anfang dieser Woche Außerminister Genscher und sein sowjetischer Kollege Gromyko, um die Gespräche über wissenschaf lich-technische Zusammenarbeit, über Rechtshilfe und über ein Kulturprogramm aus der Sackgasse zu ziehen – in West-Berlin sprachen Anfang September, unter strenger Geheimhaltung, Ministerialdirektor Sanne vom Bundeskanzleramt und Staatssekretär Schalk vom Außenhandelsminsterium der DDR über die finanziellen Probleme des Berlin-Verkehrs und den Ausbau der Transistrecken.

Der Rechtsstaat – eine Kostenfrage?

Seit Mitte dieses Monats ist es fühlbar teurer geworden, im sozialen Rechtsstaat Bundesrepublik Recht zu bekommen – jedenfalls, wenn man es sich bei den Gerichten holen muß.

Liberale Gratwanderung

Eine Fehlinformation war es, die den Landesvorsitzenden der baden-württembergischen FDP und Generalsekretär Martin Bangemann.

Alfons Goppel wird 70: Landesvater mit Leidenschaft

Die Nach wehen des Dauerwiegenfestes von FJS sind kaum ausgestanden, da bereitet sich Bayerns Polit-Prominenz schon auf den nächsten Gratulationsmarsch vor: Ministerpräsident Alfons Goppel, seit dreizehn Jahren Regierungschef in dem eigenwilligen weiß-blauen Freistaat, wird siebzig Jahre alt.

Die graue Eminenz von Weimar

Woran ist die große Koalition aus Sozialdemokratie und Deutscher Volkspartei (DVP) unter dem SPD-Kanzler Hermann Müller im März 1930 gescheitert? Diese Frage beherrschte streckenweise die letzte Wirtschaftsdebatte im Bundestag.

Angst vor den Multis?

Richard J. Barnet, seit 1963 Direktor des Institute for Policy Studies in Washington, einer unabhängigen Forschungs- und Lehrstätte für Fragen des Verhältnisses von Politik und Öffentlichkeit, und Ronald E.

Berlin - eine Nummer kleiner?

Jahrelang hörten die Berliner nur von großen Zahlen: 755 Millionen Mark für das Kongreßzentrum, 400 Millionen für den Flughafen Tegel, 323 Millionen für den Steglitzer Kreisel.

Nach dreißig fetten Jahren

Da helfen keine Spalt-Tabletten und auch kein Aspirin. Die deutsche Chemie hat heftige Schmerzen: Erstmals in der Nach-, kriegsgeschichte des größten inländischen Industriezweigs sinken gleichzeitig Umsatz und Produktion.

Laßt doch den Quatsch...

Eigentlich ist es erstaunlich, wieviel Resonanz die Bundestagsdebatte über die Finanz- und Wirtschaftspolitik gefunden hat. Erstaunlich deshalb, weil doch über ein „Sanierungsprogramm“ diskutiert wurde, das erstens unzureichend und zweitens gar nicht zu verwirklichen ist.

Steine des Anstoßes

Weil das Arbeitsförderungsgesetz nicht sorgfältig genug abgesichert wurde, kam es zu vielen Mißbräuchen: Lehrinstitute von zweifelhafter Qualität machen ihre Geschäfte mit dem Bildungswillen; clevere Mitbürger bohrten die ergiebige Geldquelle an.

Die weiße Fahne gehißt

Grundsätze sind dazu da, daß man sie im Ernstfall über Bord wirft. Das gilt, wie die Bundesregierung zur Überraschung ihrer Freunde und ihrer Kontrahenten auf der siebten Sondersitzung der Vereinten Nationen in New York demonstrierte, auch in der Politik.

Die Flanken schützen

Die Bundesregierung zeigt Besorgnis über die anhaltenden massiven Kapitalabflüsse ins Ausland. Sie befürchtet, daß die konjunkturpolitische Absicht, mit leichtem Geld Investitionen und Konsum zu beflügeln, unterlaufen werden könnte.

Bonner Kulisse

Rechtzeitig vor den bevorstehenden Haushaltsberatungen und dem Bundestags-Tauziehen um die Bonner Sparmaßnahmen hat sich die Firma Siemens mit einem neuen Informationsdienst an die Bundestagsabgeordneten gewandt.

Auf zum letzten Gefecht

Nun marschieren sie wieder. Am Dienstag dieser Woche, dem Tag der "nationalen Aktion", führten die Gewerkschaften der Regierung ihre Truppen vor.

Die den Markt betonieren

Die Kartellfreunde in der deutschen Industrie müssen wieder einmal umdenken. Der Bundesgerichtshof hat ihnen ein Schlupfloch verbaut, das weniger im Kartellgesetzt selbst als vielmehr vor allem in der Meinung industriefreundlicher Kartellanwälte und Gesetzeskommentatoren bestand.

Aggression aus dem Osten

Es sah nach konzertierter Aktion aus. Ende Juli offenbarte Tim Bolton, Präsident des Britischen Schiffahrtsrats, sein Leid über den Expansionsdrang der sowjetischen Handelsflotte.

Geschäfte mit „Unmöglichem“

Der Deutschen Vorliebe für skandinavische Hölzer und ihre Bastlerfreude, die von der flauen Wirtschaftslage noch kräftig gefördert wird, sind die besten Verbündeten des schwedischen Möbelhändlers Ingvar Kamprad.

Dynamit für Brüssel

Schon als Finanzminister wußte Helmut Schmidt "nur eins: So darf es nicht weiter gehen". Es ging aber immer so weiter mit den ins Kraut schießenden Europa-Kosten.

Image von der Stoßstange

Die Spöttelei kam nicht von ungefähr. Im Sommer 1974 hatte der schwedische Automobilkonzern Volvo – nach mehrjähriger Kooperation – die holländische Autofirma DAF übernommen.

Aus den Fugen

Die Ziele der nationalen Wirtschafts- und Währungspolitik sind hochgesteckt: Vollbeschäftigung, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht (das heißt: Der Wert von Im- und Exporten im Waren- und Dienstleistungsverkehr, der unentgeltlichen Leistungen und des Kapitalverkehrs erreicht einen Ausgleich).

Konsumterror mit umgekehrten Vorzeichen

Mit seiner Mahnung „Laßt doch den Quatsch“ konnte Bundesfinanzminister Hans Apel zwar seine Hamburger Genossen davon abhalten, die Investitionslenkung zur Parteitagsforderung zu erheben, aber bis in den SPD-Bezirk Westliches Westfalen drangen seine beschwörenden Worte nicht.

„Viel Zeit verschlafen“

Stavenhagen: Ich meine, daß das zu optimistisch gesehen ist. Einmal muß die Industrie mit einer Kürzung des Forschungsetats um 158 Millionen Mark rechnen.

Vorsorge?

Noch wehrt sich Geschäftsführer Koch von der General Air gegen Berichte, wonach sein Unternehmen zum 31. Oktober den Flugbetrieb einstellen wird.

Auto-Seller Neuzulassungen August 1975

Das Pkw-Geschäft in der Bundesrepublik ist in diesem Jahr fast so gut wie 1973. Und jenes Jahr, das die 1974 so gebeutelte Auto-Branche gern als „das letzte Normaljahr“ bezeichnet, war in Wahrheit ein Boomjahr.

Takeo Fukuda wagt den vierten Anlauf

Japans Hausfrauen fürchten die Inflation mehr als Erdbeben. Die Wirtschaftsbosse des Landes dagegen haben mehr Angst vor der Rezession als vor der Inflation.

Steuern sparen mit Stars und Sternchen

Vor fünf Jahren unterlag der Berliner Filmproduzent Artur („Atze“) Brauner in einem Rechtsstreit vor dem Bundesfinanzhof. Im November 1970 entschied das oberste deutsche Steuergericht, daß Filme ein „immaterielles Wirtschaftsgut“ darstellen und deshalb in der Bilanz nicht aktiviert werden können.

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