Wirtschaft

Bonn nimmt die Knute

Noch kurz nach der Leipziger Herbstmesse, bei der sich Staatssekretär Rohwedder über Dumpingpreise d

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DIE ZEIT

Spaniens Rückfall

Der internationale Proteststurm gegen die Erschießung von fünf spanischen Untergrundkämpfern hat das Franco-Regime rigoroser und einhelliger denn jemals zuvor geächtet und verdammt.

Ein General muß gehen

Einer der höchsten Offiziere der Bundeswehr, hochdekorierter Jagdflieger des Zweiten Weltkrieges, wird seine Karriere wohl mit einer Bruchlandung beenden: Generalleutnant Günther Rall, ständiger Vertreter des Generalinspekteurs im Militärausschuß der Nato, ist durch eine Reise nach Südafrika ins Trudeln geraten.

Die dreigeteilte Koalition

Auf den ersten Blick erscheint die Welt der Koalition noch leidlich in Ordnung. Gewiß, die Sozialdemokraten haben in Bremen ungewöhnlich große Verluste hinnehmen müssen, dafür aber hat die FDP, der Bonner Partner, unerwartet viel dazugewonnen; das Bündnis insgesamt hat sich behauptet.

Dekorativer Erfolg

Der CDU-Kanzlerkandidat Helmut Kohl ist von seiner Ost-Mission zurückgekehrt – wohl empfangen von seinen politischen Freunden, die ihm noch einmal für den in Moskau bewiesenen Mannesmut auf die Schultern klopften, weniger freundlich begrüßt von seinen Gegnern, die verbreiten, der dramatische Auftritt habe nichts genutzt, allenfalls die Ergebnislosigkeit des Besuchs verschleiert.

Zeitspiegel

Ein großer Teil der Kanzleramtsbesatzung wird auch Kriegsgefahren trotzen können. Denn zur neuen Regierungszentrale, die ihrer Vollendung entgegengeht, werden auch fünf unterirdische Schutzräume gehören, die zusammen 250 Personen aufnehmen können.

Die Samurai und der Lotse im Taifun

Blackpool, der „Schwarze Tümpel“ an der britischen Nordwestküste, ist kein sehr inspirierender Ort. Seit die Ehefrauen der Delegierten von Labour und Konservativen es durchgesetzt haben, dort ein paar Tage Strandpromenade, Kitschilluminationen und billiges Pensionsessen zu erleben, während die Männer diskutieren, wagt keine Parteiführung mehr, zivilisierte Orte wie London oder Birmingham vorzuschlagen.

Francisco Franco, Diktator im "Bunker"

Alle Familienmitglieder haben bisher ein biblisches Alter erreicht: Der Vater wurde 96, der Großvater 102 Jahre alt, Tanten und Schwestern blieben (und bleiben) rüstig bis hoch in die achtziger.

Wolfgang Ebert: Kohl, der Harte

Im Rahmen ihres Versuchsprogramms „Wir testen unseren Kanzlerkandidaten“ haben die CDU-Werke ihr Spitzenprodukt, die „Kohl-Rakete“ auf die weite Reise nach Moskau geschickt, um sie dort einem Härtetest zu unterziehen.

Karlsruher Klippen umschifft

Ein rundes halbes Jahr haben die Bundestagsfraktionen der SPD und der Freien Demokraten gebraucht, um aus den Trümmern der vom Bundesverfassungsgericht zerschlagenen Fristenlösung ein neues Gesetzesmodell zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs zu zimmern.

Stammheim ist nicht Spanien

Die Urteile fielen, wie erwartet, in ein paar Verhandlungsstunden; die Erschießungspelotons waren so rasch zur Stelle wie ehedem bei uns der Henker.

„Confronto-Kurs“

Nebel verdeckt die Aussicht.“ Mit dieser nicht gerade packenden Diagnose hat Italiens Regierungschef Aldo Moro die politische Herbstsaison des Landes beschrieben, die sich so düster-trübe wie eh und je darstellt: um zehn Prozent gesunkene Industrieproduktion, fast sechzehnprozentige Inflationsrate, um dreißig Prozent verminderter Fleischkonsum, tagelang stillstehender Eisenbahn-, Post- und Telephonverkehr als Vorzeichen der anrollenden großen Streikwelle.

Verleumder

Franz Josef Strauß hat sich Zeit seines politischen Lebens gegen den Vorwurf verwahrt, er sei ein Prozeßhansel. Vielleicht könnten Biographen dem CSU-Vorsitzenden in seiner Selbstdarstellung sogar beipflichten: Insofern jedenfalls, daß er weniger oft klagte als er selbst verklagt wurde.

Schlechter Stil

Mit einem heilsamen Dissens endete die diesjährige Arbeit der zehnköpfigen Bundestagskommission für Auswärtige Kulturpolitik, eine Stunde bevor diese von der Präsidentin des Bundestages aufgelöst wurde.

Für die Katz

Darin hat Helmut Rohde, Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, sicherlich recht: Über die Bonner Pläne zur Neuregelung der beruflichen Bildung ist nun genug gesprochen worden.

China warnt Hanoi vor Moskau

Ohne erkennbare Wirkung hat China seine vietnamesischen Freunde wiederholt vor verstärktem sowjetischen Einfluß in Südostasien gewarnt.

Mehr Schatten als Licht

Noch liegt auf der Reise des Generalleutnants Günther Hall nach Südafrika mehr Schatten als Licht. Aber mit jedem Tag wird offenkundiger, daß dem deutschen Vertreter im Nato-Militärausschuß und früheren Luftwaffeninspekteur, vielleicht auch dem Verteidigungsministerium ein peinlicher Striptease droht.

Empfindliches Stimmungsbarometer Berlin

Ist die Zukunft West-Berlins pessimistisch zu beurteilen? Die neueste Infas-Umfrage in West-Berlin stellt fest: Trotz mancher Enttäuschung über die praktischen Ergebnisse des Berlin-Abkommens sind die Bürger zuversichtlich.

Haus für fünfzehn Millionen

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist wieder wer. Nach anderthalb Jahren, in denen sie fast unauffindbar war, kehrt sie aus Hinterhöfen und Ausweichbüros an die Bonner Regierungsmagistrale zurück.

Ruck nach links?

Er wurde gegen den erklärten Willen des alten Vorstands gewählt, und für Bild ist er der „Verfechter einer Volksfront von Sozialisten und Kommunisten“: Dietrich Lemke, 37 Jahre, Realschullehrer und neuer Chef des Hamburger Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Hausputz für die Politik

Eine Schranke versperrt die Zufahrt. Dahinter führt eine schmale Privatstraße in das malerische, rundum von bewaldeten Bergen eingerahmte Tal: Dem Besucher von Wildbad Kreuth, das zwischen dem oberbayerischen Rottach-Egern und der österreichischen Grenze liegt, bietet sich ein so typisch bayerisches Postkarten-Panorama, daß er sich unwillkürlich in die Idylle Ludwigs II.

In Sachen Sicherheit

Sie sehen so wenig vertrauenerweckend wie Revolverhelden in einem Film aus. Sie tragen Lederjacken, Hemden und Hosen in schwarz, am Gürtel baumeln Colts und Gummiknüppel, an der Brust und auf der schwarzen Schildmütze sind rautenförmige Wappen mit einer Faust zu sehen.

Durch Engelmanns Brille

Mitten im Wirtschaftstief gibt es ein Hoch für Geschichtsbücher. Manche Kritiker sehen allein darin schon – ein bißchen vorschnell – eine Flucht aus der Gegenwart.

Lange vermißt

Jedermann bei uns weiß, daß wir Westdeutsche stärker als die meisten anderen Völker in die Weltpolitik verflochten und damit von auswärtigen Beziehungen abhängig sind.

Schwarmgeist oder Sozialpionier?

Geschichtsbücher und Lexika sprechen von der „Schlacht“ bei Frankenhausen in Thüringen. Doch ist eher Schiller zu zitieren: „Ein Schlachten war’s, nicht eine Schlacht zu nennen.

Öl ist nicht an allem schuld

Nach der ersten Erregung werden die Beschlüsse von Wien jetzt nüchterner beurteilt. Auch in den europäischen Hauptstädten neigt man mittlerweile der Auffassung des amerikanischen Außenministers Kissinger zu, die Erhöhung der Rohölpreise um zehn Prozent sei ein akzeptabler Kompromiß „zwischen jenen, die nichts und jenen, die viel unternehmen wollten“.

In Brüssel wird die Faust geballt

Als die Ölkrise ausbrach, und die Prosperität der westlichen Wohlstandsgesellschaft in Frage stellte, waren sich die Industrieländer einig: Einen Rückfall in die Fehler der Vergangenheit sollte es nicht geben.

Dollar schlägt Gold

Die deutsche Exportindustrie profitiert vom Kursanstieg der amerikanischen Währung

Eine Debatte im Nebel

Geradezu über Nacht hatte die Republik ein neues Thema – zum Schrecken und zur „Verunsicherung“ der einen und zur unverhohlenen Freude der anderen: die Investitionslenkung, Der Streit geht dabei schlicht um die Frage, ob die Verwirklichung dieser Forderung geradewegs hineinführt in die „totale Planwirtschaft“ oder ob sie uns nicht im Gegenteil eine „Verbesserung der marktwirtschaftlichen Ordnung“ (IG-Chemie-Chef Karl Hauenschild) bescheren würde.

Minen für Liberale

Die Freien Demokraten, voran Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff, hätten sich eigentlich an das halten sollen, was sie sich im Kreise ihrer Bundestagsfraktion versprochen hatten: Die von links tönenden Wünsche nach Investitionslenkung mit Schweigsamkeit zu beantworten.

Bonner Kulisse

Lutz T. Kayser, Vorstand der Orbital Transport- und Raketen-AG Neu-Isenburg stieß mit seinen Trägerraketenvorstellungen während der nichtöffentlichen Bundestags-Anhörung über die Luft- und Raumfahrtpolitik in der Bundesrepublik auf Skepsis.

Um den Zins wird hart gerungen

Bundesregierung und Bundesbank sind immer noch bemüht, die Zinsen in der Bundesrepublik zu drücken. Mit billigem Geld wollen sie die Unternehmen und Unternehmer zu Investitionen reizen.

Langeweile überall

Auch der Quartals-Ultimo brachte dem Aktiengeschäft keine Belebung. Zwar gerieten die Kurse einiger Nebenwerte zeitweise in Bewegung.

Hast Du keinen, leih Dir einen

Über eine Million Menschen sind in diesem Herbst in der Bundesrepublik arbeitlos. Fast eineinhalb Millionen werden es nach der Prognose des Münchner Ifo-Instituts in diesem Winter sein.

Profit und Porno

Der rauhe Wind, der seit Monaten durch den französischen Blätterwald weht, hat sich noch nicht gelegt. Das Boulevardblatt France-Soir kämpft genauso ums Überleben wie die konservative Aurore.

Flicks Millionen-Ding

Flick, bisher ein Konzern vornehmlich deutschen Gepräges, entdeckt die große weite Welt. Nur vergleichsweise spärliche 150 Millionen Mark haben im vergangenen Jahr die konsolidierten Auslandstöchter zum Flick-Umsatz von mehr als acht Milliarden Mark beigesteuert.

Nicht viel drin

Birnbaum: Niemand soll hier der Schneid abgekauft werden, schon gar nicht den Gewerkschaften, die die Lage in der Stahlindustrie und bei den einzelnen Unternehmen sehr genau kennen.

Teure Europäer

Die Europäer haben kräftig aufgeholt: Schweden und Dänemark haben die einst führenden Amerikaner bei den Lohnkosten überrundet.

Liaison der Giganten

Der „König“ des europäischen Versandhandels hat den für ihn spektakulärsten Vertrag seines Lebens abgeschlossen: Gustav Schickedanz, soeben von längerer Krankheit genesener 80jähriger Chef des Fürther Großversandhauses Quelle, kooperiert künftig mit dem größten Einzelhandelskonzern der Welt, Sears, Roebuck & Co.

Vor fünf Jahren noch wurde das deutsche Kino totgesagt. Der Fernsehboom lief. Mehr als die Hälfte aller Theater mußte schließen. Nostalgie- und Katastrophenfilme brachten unverhofft eine Renaissance: Die Leinwand lebt

Man geht wieder ins Kino. Statt um altbekannte TV-Größen wie Erik Odes Kommissar Keller, Showmaster Wim Thoelke und den Sternchen des Ohnsorg-Theaters ranken sich die Pausengespräche in deutschen Büros und hinter den Boxen der Warenhäuser um Leinwandhelden wie Robert Redford, Charles Bronson, Romy und Maria Schneider und Steve McQueen.

„Lösung in der Tasche“

Plötzlich wurde niemand mehr des Tausendsassas aus der chemischen Retorte froh. Zwei Jahrzehnte lang hatte er sich fast uneingeschränkter Beliebtheit erfreut; seine Einsatzmöglichkeiten erschienen schier unbegrenzt.

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