Wirtschaft

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DIE ZEIT

Quittung

Jahrelang hat sich Walter Arendt mit seinen sozialen Reformen als erfolgreicher Minister der Koalition feiern lassen. Jetzt flattern dem Bürger die Rechnungen ins Haus, zahlbar vom 1.

Die Türken am Zug

Seit Monaten stellt sich die Türkei in den Zypern-Verhandlungen tot. Sie könne nicht unter Druck verhandeln, erklärte die Regierung Demirel – und als unzumutbarer Druck wurde das amerikanische Waffenembargo hingestellt.

Briten im Burnus

Die Briten sind auf dem besten Wege, ihren sprichwörtlichen Sinn für Individualität gewaltig über die Stränge schlagen zu lassen.

Vom Staate, den wir wollen

Zuweilen, wenn wir uns in hoffnungslos scheinender Lage befinden, kann der Rat eines guten Freundes unerwartet hilfreich sein.

Teure Diener

Was nach dem Abschiedsbrief einer schönen Seele klang, war in Wirklichkeit ein durch und durch politisches Dokument: „Was soll ich machen, lieber Ugo? Ich bin verzweifelt und habe schlaflose Nächte.

Zeitspiegel

Der allgemeine Zwang zum Sparen ist mindestens einer Bundeswehrstelle, der Pressestelle des Flottenkommandos Glücksburg, noch nicht recht bewußt geworden.

Im Clinch mit dem großen Bruder

Blackpool, im Oktober Wenn Labour den Parteitag beendet, singen alle das Lied von der „Roten Fahne“. Manche meinen es ernst damit, andere denken, was man so bei Hymnen und dergleichen denkt.

Regieren bei Suppe und trocken Brot

Doch als erstes steht der Sicherheitsbeamte Werner Seewald im Zimmer, er trägt die schwarze Aktentasche des Bundeskanzlers und stellt sie schweigend in einer Ecke ab.

Zwei Unterschriften - ein Schlußstrich?

Zzwei Szenen werden vom Warschauer Besuch Hans-Dietrich Genschers in der letzten Woche in Erinnerung bleiben: zum einen die steinernen Gesichter des Bonner Außenministers und seines polnischen Amtskollegen Stefan Olszowski, als sie die Vereinbarungen über die Rentenpauschale an Polen, den Bonner Finanzkredit und die Ausreise weiterer Deutscher unterzeichneten; zum anderen jene Stecknadelstille, die beim Abschlußessen eintrat, als Genscher sein vorbereitetes Manuskript mit der Bemerkung in die Tasche steckte, er wolle nicht vom Blatt ablesen, sondern aus dem Herzen sprechen, und ihm, Olszowski, nicht minder bewegt, dankte.

Fester und freier an der Kandare

Erst Anfang dieser Woche kehrte Erich Honecker mit seiner Mannschaft von einer Reise durch die Sowjetunion zurück. Zum erstenmal hatte die DDR ihren Nationalfeiertag am 7.

Moskau gab nach

Auf der Suche nach ihrer verlorenen Konferenz haben die kommunistischen Parteien Europas endlich einen Kompromiß gefunden. Das rote Konzil, das eigentlich schon im Mai zu den 30-Jahr-Feiern des Kriegsendes „ein Programm gemeinsamer Aktionen“ (ZK-Sekretär Ponomarjow) zum alleinseligmachenden Kurs der Bruderparteien erheben sollte, tritt nun aller Voraussicht nach im Dezember zusammen.

DOKUMENTEZURZEIT: Mehr dem Staat als dem Recht gehuldigt?

Vielleicht bin ich zu sehr Franzose oder denke ich zu sehr an 1933, aber es scheint mir doch, als ob in der Bundesrepublik immer mehr von der Verteidigung der Grundordnung durch den Staat die Rede sei, und immer veniger von der Verteidigung der Grundfreiheiten gegen den Staat.

Personen und Konflikte

Schatten, die sozialdemokratische Parteitage werfen, sind immer besonders lang, weil deutsche Gründlichkeit die ganze Partei beflügelt.

Eigentor für Ian Smith

Die trügerische Ruhe, in denen die Rhodesier in den vergangenen sechs Wochen seit dem Scheitern der Verfassungsgespräche zwischen Premierminister Ian Smith und den schwarzen Nationalisten im Eisenbahnwaggon hoch über den Victoria-Fällen gelebt haben, ist in den letzten Tagen durch zwei Ereignisse jäh unterbrochen worden.

Die Azoren setzen auf Unabhängigkeit

Ein kleiner Teil des portugiesischen Volkes kümmert sich weder um rechte noch linke Unruhen in Lissabon: Die 300 000 Bewohner der Azoren leben 1500 Kilometer vom Festland entfernt, und sie sind entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Noch ist Lockerung nur ein Traum

Die junge Dame in der Buchhandlung ABC von São Paulo sah mit steigender Unruhe zu, wie ich ein Wörterbuch nach dem anderen durchblätterte.

Bangemann und die Folgen

Die saarländische FDP hat auf ihrem Landesparteitag beschlossen, keine Koalitionsverhandlungen mit der regierenden CDU aufzunehmen, aber die Regierung Röder weiterhin zu „tolerieren“.

Brückner im Recht

Manche Zeitungsleser in der Bundesrepublik trauten ihren Augen nicht: Nur 4800 Mark Geldstrafe für einen Mann, der seit drei Jahren als Komplize, Sympathisant und geistiger Wegbereiter der Terroristen um Baader und Meinhof angeprangert worden war? Nur ein Verhandlungstag für einen Prozeß, der allen Voraussagen nach mindestens sieben Tage dauern sollte? Peter Brückner, Professor für Psychologie an der Technischen Universität Hannover, wurde zwar von der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover für schuldig befunden, er habe im November 1970 die steckbrieflich gesuchte Ulrike Meinhof in seiner Wohnung beherbergt.

Bäuchles Kampf

Auf schwäbischen Rathäusern ist vieles möglich, Vetterles-Wirtschaft, Geldgeschäfte, Rankünen. Man darf nur nicht auffallen! Wer „a Unruhe in a G’moind neibringt“, und den braven Stadtnamen, womöglich noch in anrüchigem Zusammenhang, in die Schlagzeilen rückt, wer politisiert, mit dem Großen spekuliert und schwadroniert, den sehen die ehrbaren Bürger augenblicklich in der Reihe der Seiltänzer, Kesselflicker und Scherenschleifer.

Bayerns Lehrer sagen den Kampf an: Lobby blieb auf der Strecke

Dies ist ein Paradebeispiel für die Parabel vom betrogenen Betrüger.“ Mit dieser Bemerkung kommentierte ein Beamter im bayerischen Kultusministerium das Bestreben der CSU-Landtagsabgeordneten, den Vollzug des neuen Lehrerbildungsgesetzes auszusetzen.

Der Schatten von Franz Josef

Die Christlich-Soziale Union in Bayern hatte in den Münchner Presseclub zum Informationsgespräch mit dem Generalsekretär der Partei geladen: Gerold Tandler solle Auskunft über Entwicklungen und Absichten der CSU-Führungsspitze geben.

Skandalöse Klausel

Es ging um Deutschland. Der Abgeordnete der französischen Kommunisten, Serge Boucheny, wollte in der Beratenden Versammlung in Straßburg wissen, wie die Radikalenerlasse mit den Beschlüssen in Helsinki zu vereinbaren seien.

Auf die Nutzung kommt es an

In unserer technisierten Welt verlangt jede Steigerung der Lebensqualität ein vermehrtes Angebot von „Energiedienstleistung“.

Unternehmen im Wechselbad

Der Plan verkündete eine Politik von "Blut, Schweiß und Tränen". Dafür verhieß er dem schwerkranken VW-Konzern auf mittlere Frist Genesung.

Von Kohlrüben und Kernkraftwerken

Die Bundesregierung und deutsche Firmen sind wieder einmal in Verruf geraten. Die "Antiapartheid-Bewegung" in der Bundesrepublik klagt zusammen mit Südafrikas Opposition, dem "African National Congress", die Regierung in Bonn an, sie ebne dem auf Rassentrennung bedachten Kap-Regime den Weg zur ersten Nuklearmacht des schwarzen Kontinents.

80 Milliarden Mark Lehrgeld

Den Chef der Westdeuts chen Landesbank, Ludwig Poullain, hätte die Affäre fast seinen Stuhl als Präsident der Sparerschutzgemeinschaft gekostet.

Bonner Kulisse

Völlig verschreckt kehrten Bonner Beamte von Dienstreisen nach Brüssel in die Bundeshauptstadt zurück: „Da herrscht Pogromstimmung.

Großbritannien: Spiel mit dem Feuer

Was Tom Torney im Guardian sah, fand der Abgeordnete aus dem Textil-Wahlkreis South Bradford "einfach empörend". Eine Anzeige, welche die Leistungsfähigkeit der koreanischen Wirtschaft pries, verglich die Herstellungskosten für Hemden in dem fernöstlichen Land mit denen in Großbritannien.

Mit Yps gegen Micky Maus

Der 13. soll dem Verlagshaus Gruner + Jahr (G + J) Glück bringen. Am Montag, dem 13. Oktober, schickte der Hamburger Großverlag bundesweit ein neues Objekt auf den Zeitschriftenmarkt: Yps mit Gimmick.

Viel Geld und wenig Plan

Mit seiner Weigerung, zusätzliche Haushaltsmittel für eine Finanzhilfe der EG zugunsten solcher Entwicklungsländer, die nicht assoziiert sind, bereit zu stellen, brachte Bonns Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit am Montag dieser Woche die Europäer in peinliche Verlegenheit.

Ludwig der Spendable

Bayerns Finanzminister Ludwig Huber gab sich spendabel. In den Münchner Torggelstuben, seinem Lieblingslokal, speiste und tränkte der stärkste Mann in Alfons Goppels Kabinett in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratschef der Bayernwerk AG Ende September drei Bayernwerk-Manager: die Vorstandsmitglieder Otto Hausner, Karlheinz Künzel und Bernd Lupberger.

Unabhängigkeit auf Vorschuß

London verspricht in Sachen Energiepolitik genauso „schwierig“ zu werden, wie es Paris in der Agrarpolitik ist. Dies ist die wahrscheinlich vorsichtigste Schlußfolgerung aus dem jüngsten Gerangel über die rechte Vertretung der Europäischen Gemeinschaft auf der geplanten Konferenz von Produzenten und Verbrauchern von Erdöl und anderen Rohstoffen.

Autoarbeiter gesucht

Mittlerweile werden wieder Sonderschichten gefahren. Darüber hinaus hat Opel seit März 1975 über 5000 Mitarbeiter neu eingestellt.

Im Dschungel der Bürokratie

Seit Jahren reden die Fachleute davon, daß alles getan werden muß, um das Bauen preiswerter zu gestalten, und daß unser Bauordnungsrecht und das gegenwärtig bestehende Baugenehmigungsverfahren hierfür einen wesentlichen Hemmschuh darstellen.

Spanisches Trauma

In der Tat sind beide Seiten viel zu sehr aneinander gekettet, als daß sie es sich leisten könnten, die vorhandenen Bindungen plötzlich zu brechen – rund die Hälfte des spanischen Außenhandels wird mit der Gemeinschaft abgewickelt.

Ein Kranker wurde quicklebendig

Es war, als ob ein Toter auferstanden wäre. Als am Sonntagabend der 62. Pariser Autosalon seine Tore schloß, hatten die Veranstalter nicht nur einen neuen Besucherrekord registriert.

Der Kampf um den Lebensstandard

Mit dem Ringen um Lohnprozente für die Stahlarbeiter beginnt in dieser Woche der gewerkschaftliche Kampf um die Erhaltung des Lebensstandards der Arbeitnehmer.

"Gegen den Quandt ist jeder machtlos"

Als es 1971 endlich soweit war, zeigten sich alle – bis auf Ludwig Wurst aus Dunningen – zufrieden: Nach jahrelangen Mühen hatten die Kleinaktionäre der von den Quandt-Familien beherrschten Industriewerke Karlsruhe (IWK) mit Roland Schelling einen der ihren in den Aufsichtsrat gebracht – den Vertreter des Aktionärsverbandes Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Düsseldorf.

Akzionäre profitieren vom billigen Geld

Die gegenwärtige Aktienhausse ist jetzt ein Jahr alt. Seit dem 4. Oktober 1974 ist der Aktienindex um etwa 36 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um etwa 24 Prozent.

ZEIT spart Geld

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, daß die Finanzverwaltung berechtigt ist, von Kreditinstitut ten die Unterlagen über nur vermittelte börsenumsatzsteuerpflichtige Geschäfte zu verlangen.

Propaganda und Prestige

Albert Speer erzählt in seinem Buch, daß Hitler am offenen Fenster zu turnen pflegte und spezielle Übungen mit dem Expander zur Kräftigung der Schultermuskulatur machte, um bei der Parteitagparade in Nürnberg die Rechte möglichst lange zum deutschen Gruß emporheben zu können.

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