Die Deutschen in Frankreichs Fernsehen

Die Klage ist alt, aber deshalb längst nicht überholt: Im französischen Fernsehen (und nicht nur im französischen) wird ein völlig veraltetes, einseitig verzerrtes Bild von Deutschland gezeigt, bei dem SS-Leute, Generäle und Besatzer dominieren. Offensichtlich trägt die laute Kritik an diesem Zustand, die auch von französischer Seite kam, erste Früchte. Diese Woche zeigte Antenne 2, das Zweite Programm, den Franzosen einen mit Einfühlungsvermögen und Engagement gemachten Film über den Widerstandskämpfer Ulrich von Hassell, der zum Kreis um Goerdeler gehörte und nach dem Attentat vom 20. Juli hingerichtet wurde. Der Untertitel des Films klingt wie ein Programm: Vom anderen Deutschland. Vielleicht war es ein Zufall der Programmgestaltung, daß das Porträt am Vorabend des 11. November zu sehen war, an dem Frankreich der Opfer beider Weltkriege gedenkt. Ein Zeichen des guten Willens bleibt es auf jeden Fall.

Heine-Haus

Das ehemalige Gartenhaus Salomon Heines, Elbchaussee 31 (nicht identisch mit dem Haus Elbchaussee Nr. 74 a, wie es durch einen Irrtum in unserem Artikel „Winterreise in die Literatur“ in der vorigen Nummer stand) soll nun doch, und das schon nächstes Jahr, restauriert und als Heine-Gedenkstätte eingerichtet werden. Prominente Hamburger Bürger, unter ihnen der frühere SPD-Bürgermeister Professor Weichmann, der letzte Bürgermeister-Kandidat der CDU Erik Blumenfeld sowie der Verleger Axel Springer, haben sich dafür eingesetzt.

Kolles Comeback

Oswalt Kolle, der sich vor Jahren mit Aufklärungsbüchern und -filmen Ruhm und Vermögen erworben hat, ist wieder da. Am vergangenen Wochenende eröffnete die Münchner „Abendzeitung“ eine neue Serie – darin präsentiert sich der Liebesmeister als ein Gewandelter. Hatte er früher unser Sexualleben mit den Augen des Biomechanikers betrachtet, als ein vor allem turnerisches Problem, so schaut er diesmal durch tränenfeuchte Augen: „Wir alle brauchen Zärtlichkeit“, sagt Kolle im Titel. Richtig. Doch keiner von uns braucht Oswalt Rolle – dessen neue Zärtlichkeit sich schon in der ersten Folge des Reports als die alte Schmuddeligkeit entlarvt hat. Leseprobe: „Vollgepumpt mit Potenzpillen, dem Renner Nummer eins in der Wirtschaftsflaute, haben deutsche Männer die Zahl ihrer Erektionen erhöht. Und falls ihre Bäuche nicht zu dick sind, um das Ergebnis beim Herunterschauen zu sehen, bewegt Stolz ihre selten behaarten Brüste.“ Welcher Stammtisch lacht da nicht?