Von Armin Ayren
Lyrik ist wieder gefragt, hieß es auf der Frankfurter Buchmesse 1975. Es werden also wieder Gedichte gedruckt und auch gekauft, nicht nur geschrieben. Denn geschrieben werden sie immer. Der Romanschriftsteller ohne Erfolg sagt sich spätestens nach dem fünften rundum abgelehnten Manuskript, daß es reine Zeitverschwendung wäre, es noch mit einem sechsten zu versuchen, aber den Dichter ficht keine Ablehnung an: Er dichtet und dichtet. Er muß. Er kann nicht anders. Dichter sein ist eine Berufung, die wahrscheinlich nur der wirkliche Dichter je in Frage stellt – der andere, der sich einbildet, einer zu sein, kennt den Selbstzweifel nicht, er dichtet ja auch nicht selber, sondern es dichtet in ihm.