Die gute Küche und das liebenswerte, schweizerisch geschulte Personal gleichen den Mangel an Ruhe nicht aus. Zwei Ferientage kostete die Suche nach anderer Bleibe.

Die Hotels an der Westküste der Insel liegen meist an jener lauten Straße, oft sind sie sogar durch die Straße vom (steinigen) Strand getrennt. Einige bieten Air-Conditioning, also Ruhe und Stubenluft. Die Luxushotels sind glanzvoll ausgestattet, wie kein Hotel in Deutschland. Man baut billig in Griechenland: Die Arbeitslöhne sind halb so hoch wie bei uns; die Hotels geben diese Gunst durch niedrige Preise an den Touristen weiter – man zahlt in Rhodos fast nur halb soviel wie in Deutschland. Griechenland ist sauber, meistens so sauber wie bei uns.

Die schönsten Strände und Buchten – die weit geöffneten und die ganz kleinen, an Böcklin und Feuerbach erinnernden – liegen aber an der Ostküste. Sie wird erst seit kurzem von Hotels besiedelt; Luxushotels gibt es dort gar nicht. Wir entdeckten die Ostseite, als wir dort, auf dem Golfplatz in Afantou, unsere Schläger abgestellt hatten. Auf dem Rückweg zur Inselhauptstadt Rhodos sahen wir, einen Kilometer von der Straße, einige Hotels, nicht gerade Glanzstücke der Architektur, aber Ruhe versprechend und an einem Sandstrand, bei Falirakion (die Westküste ist steinig). Wir fanden Platz im Hotel Apollo Beach; es ist (Kategorie A) typisch für jenen Teil der Insel. Die schönen Zimmer zur See kosteten mit Halbpension 530 Drachmen (48 Mark), das ungeschulte Personal (meist von der Insel) strengte sich rührend an. Man achtet auf Ruhe, der Barpianist spielt nur bis 23 Uhr. Die Heiterkeit der Inselgriechen, ihr Wunsch, sich und anderen Freude zu machen, steckt an; so konnte man über Mängel gemeinsam lachen. Das Essen war sehr reichlich und gut gemeint, etwa nach CVJM-Art. Skandinavische, deutsche, österreichische, französische und (immer weniger werdend) englische Reisende werden im Charterflug in zwei bis drei Stunden von Frankfurt, London, Paris, Zürich und Wien nach Rhodos gebracht. Wir hatten (als einzige) die Einzelreise gewählt; das schien uns feiner. Aber es war (viel!) teurer und die Reise dauerte fast zweimal so lang, zweimal umsteigen, Gepäckträger und Taxi suchen – nie wieder.

Was immer im Mittelmeer seit zweieinhalb Jahrtausenden geschehen ist, hat in Rhodos Zeugnis hinterlassen. Die Rhodosfahrt ist eine Bildungsreise. Man hat mehr davon, wenn man schon zu Hause gelesen hat, daß um 2000 v. Chr. die Phönizier die Insel besiedelt haben, wohl auf dem Wege von ihrer Heimat in Kleinasien nach Karthago und Italien. Von Mykene und Knossos (Kreta) sandten die Achäer um 1500 ihre Söhne nach Rhodos. In jener Zeit mußten die Völker viele Nachkommen haben, um gegen Feinde stark zu bleiben. Konnte die Stadt die Söhne nicht mehr ernähren, gab man ihnen Schiffe, Pflüge und Saatgut, um eine Kolonie zu gründen; so gewann die Stadt einen Bundesgenossen und eine Zufluchtstätte, wenn die alte Heimat einmal im Kriege unterliegen sollte. Um 1100 v. Chr. kamen die Dorer auf ihren Zügen aus Illyrien durch Griechenland in Rhodos an. Im vierten Anreise: Linienflugpreis Frankfurt–Athen–Rhodos und zurück: 1516 Mark; Monatsticket (Aufenthalt 6 bis 30 Tage) 1042 Mark. Das Flugbüro Kawadri/München bietet die Strecke München–Athen –Rhodos für 585 Mark an (hin und zurück, Preis für Januar 1976).

Fahrzeit Piräus-Rhodos: 18 Stunden, Passagepreis pro Weg in der Touristenklasse rund 30 Mark, in der 2. Klasse (mit Kabine) rund 40 Mark. Anreise per Schiff auch über Italien (Venedig, Ancona, Brindisi). Auskünfte und Buchung im Reisebüro oder bei Hellas-Orient-Reisen, Frankfurt.

Unterkünfte: Auf Rhodos gibt es 121 Hotels mit rund 19 500 Betten. Davon sind im Winter 15 Hotels (mit 4215 Betten) geöffnet. In der Hotelklasse A kostet ein Doppelzimmer mit Halbpension etwa 40 Mark (pro Person). Eine Hotelliste verschickt das Verkehrsbüro auf Anfrage.

Pauschalreisen: Während die Insel im Sommer bei fast jedem Veranstalter im Programm zu finden ist, gibt es im Winter nur wenige Angebote, meistens als Linienflug-Arrangement: Die Hellas-Orient-Reisen bieten eine Woche mit Flug ab Frankfurt, Übernachtung, Frühstück, ab 1056 Mark an. Weitere Angebote bei Kühne und Nagel, Wagons-Lits/Cook/Frankfurt, Mediterranea-Reisen/München (auch Charterflüge). Bei Kreutzer-Reisen/München kostet die Kombination 3 Tage Athen/4 Tage Rhodos mit Charterflug ab München, Übernachtung Jahrhundert v. Chr. bauten sie auf der Akropolis von Lindos einen Tempel der Athene; er hat die Seefahrer auf der Reise von Piräus nach Alexandrien in Stürmen ermutigt, an den vielen Tagen ägäischer Sonne emporgehoben. Noch heute staunt man über Größe und Schönheit dieses Menschenwerkes, senkrecht über der tiefblauen See. Auf der Westseite der Insel kann man an den Ruinen von Kámiros und Ialyssos ablesen, wie die dorischen Gründer mit dem Leben, dem Tod und den Göttern fertig wurden. Lindos, Kä- und Frühstück 700 Mark. Einen Sonderflug zu Weihnachten kann man bei Trans-Air-Reisen/Düsseldorf buchen.