DIE ZEIT

Kindsraub von Amts wegen

In mindestens einem Falle hat die DDR zwei Kinder ihren Eltern geraubt, die wegen versuchten Republikflucht bestraft worden waren.

Stumpfer Terror

Die Terroristen dieser Erde müssen sich neue Methoden einfallen lassen. Flugzeugentführungen lohnen nicht mehr, seit auch linkslastige Wüstenstaaten den Luftpiraten Asyl verwehren.

Berlinreisen – mit Kompromiß

Die Verkehrsverhandlungen mit der DDR werden wohl noch in diesen Tagen abgeschlossen. Beide Seiten waren sich am Mittwoch weithin einig.

Der Weltenhandel

Einen "Kongreß ohne Beispiel" nannte Frankreichs Präsident Giscard die Konferenz für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, die am Dienstag in Paris eröffnet worden ist.

Wenn das Köpfen in den Köpfen spukt

Es war Donnerstag nachmittag. In der Londoner Balcombe Street kam gerade der lang erhoffte "Durchbruch". "Tom", wie sich der wortführende Boß der verschanzten IRA-Terroristen nannte, zeigte sich zum erstenmal entgegenkommend.

Zeitspiegel

In Polen soll die Verfassung von 1952 durch eine neue ersetzt werden. Wichtigste Änderung ist die Formel, wonach die kommunistische PVAP (Polnische Vereinigte Arbeiterpartei) die regierende Partei im Lande ist.

Ein Junker aus dem Land der Schafe

Wie sich die Zeiten ändern. Bislang wurden die Australier meist als Hinterwäldler belächelt oder als Einsiedler am Ende der Welt übersehen.

Feldwebel oder Oberlehrer?

Helmut Schmidt beugt sich in seinem Sessel vor und stößt die Hand zornig in die Luft. Er ist verärgert, fast verletzt. "Ein Macher", bricht es aus ihm heraus.

Wolfgang Ebert: Ein Opfer der CIA

Der diesmal erstaunlich fortschrittliche Gerald Ford hat der CIA verboten, weiterhin Mordpläne gegen ausländische Politiker auszuhecken und womöglich gar auszuführen.

Banden, Bomben, Barrikaden

Weil keine dieser Gleichungen aufgeht, keines dieser Klischees wirklich zutrifft, feiern Anarchie und Chaos täglich neue bedrückende Triumphe.

Neue Regierung in Madrid: Öffnung auf Kommando

Die erste Regierungserklärung des neuen spanischen Kabinetts versprach am vergangenen Montag allen etwas und niemandem etwas Genaues: Entwicklung zur Demokratie und Erweiterung der persönlichen Freiheiten und Rechte – aber ohne "Bedrohung durch die totalitäre Gefahr"; Reformen der "repräsentativen Institutionen" – aber keine Zulassung von Parteien; Zusammenarbeit mit allen Staaten – aber "ohne Dazwischenreden".

Auf schwachen Füßen

Das Ehepaar Günter und Christel Guillaume hat am Montag dieser Woche gleich zwei Urteilssprüche empfangen: einmal den rechtlichen vom Dritten Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf, der ihn zu dreizehn und sie zu acht Jahren Freiheitsstrafe wegen Landesverrates verdammte; zum zweiten den politischen aus dem Munde des Bonner Regierungssprechers, wonach die Bundesregierung nicht die Absicht habe, Guillaume – und wohl auch seine Frau – auszutauschen.

Mieser Stil

Ein Gasmann ist in Berlin verantwortlich für die Produktion von hochwertigen Vasen, Tellern und Figuren aus Porzellan. Im Verlauf der lang andauernden personellen Querelen bei der Staatlichen Porzellan Manufaktur Berlin (KPM) wurde Gasag-Direktor Hans-Werner Krentz zunächst kaufmännischer und nun auch noch technischer Leiter der traditionsreichen Manufaktur – kommissarisch zwar nur, aber geeignete Fachleute sind einstweilen nicht in Sicht.

Von der Polizei in die Kälte gejagt

Wie schwach der Schutz für Minderheiten ist, die aus einem Nomaden-Dasein in ein seßhaftes eintreten wollen, das wird gegenwärtig in der 45 000-Einwohner-Stadt Singen am Hohentwiel sichtbar.

Zweiter Platz für HB

Hildegard Brücher, durch Ehe Hamm-Brücher, Mutter zweier Kinder, promovierte Chemikerin, Journalistin, Staatssekretärin in Wiesbaden, Staatssekretärin in Bonn, seit jeher Zugpferd der FDP, möchte zurück nach Bonn.

Walraff und sein Prozeß: Kein Sinn für Tricks

Im Schlußwort drängte der Eulenspiegel in Günter Wallraff mächtig hervor. Wenn schon, denn schon, sagte der Angeklagte, solle man ihn nicht zu einer Geldstrafe, sondern zu Gefängnis verurteilen.

Hahn rettet den Weihnachtsfrieden

Die Alten erhalten keine Steuermahnzettel, die Jungen bekommen keine Zeugnisse – dieser Ministerialerlaß ist in Baden-Württemberg schneller in die Herzen der Menschheit gedrungen als die Weihnachtsbotschaft.

Müssen wir mit den Bomben leben?

Noch vor sechs, sieben Jahren dachte in der Bundesrepublik kaum jemand daran, daß die in zahlreichen Taschenbüchern verbreiteten Gewalttheorien von Ernesto Che Guevara, Frantz Fanon, ihren deutschen wie französischen Epigonen einmal Wirklichkeit werden könnten.

Wo die Generäle regieren

Militärherrschaft und Unterentwicklung scheinen zwei Seiten derselben Medaille zu sein: Immer dort, wo die traditionellen politischen Kräfte versagen oder sich in Rivalitätskämpfen gegenseitig paralysieren, greift zuletzt die einzige noch intakte Machtinstitution ein: die Armee.

Auszug aus der Anti-Folter-Deklaration vom 12. September 1975: "Kein Staat soll die Folter dulden"

Im Sinne dieser Deklaration ist unter Folter jede Handlung zu verstehen, durch die einer Person von einem Amtsträger oder auf dessen Anstiftung hin absichtlich schwere Pein oder ein schweres Leiden zugefügt wird, und zwar entweder physisch oder geistig, in der Absicht – beispielsweise –, von dieser Person oder einer dritten Informationen zu erhalten oder ein Geständnis zu erpressen; sie zu bestrafen für eine Tat, die sie begangen hat oder derer sie verdächtigt wird; sie oder andere Personen in Furcht zu versetzen.

Angola – ein neues Vietnam?

Nachdem CIA-Chef Colby zugegeben hat, daß die USA in "paramilitärische Operationen" in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten afrikanischen Staat verwickelt sind, und die New York Times von einer 50-Millionen-Dollar-Hilfe für die "prowestlichen" FNLA/UNITA-Verbände berichtete, wird die Besorgnis laut, daß die Vereinigten Staaten dabei, sind, in ein zweites Vietnam hineinzuschliddern.

Vier und dreizehn Jahre

Wahlen im Ausland interessieren in Bonn gegenwärtig alle Parteien. So gilt die Aufmerksamkeit der SPD den Vorbereitungen. und Stimmungen in Schweden, wo am 19.

Rückzug der Offiziere?

Ziehen sich die portugiesischen Offiziere vorzeitig aus der Politik zurück? Der Revolutionsrat ist gespalten: Eine Minderheit plädiert für den totalen Rückzug in die Kasernen, die Mehrheit für ein reduziertes Mitspracherecht.

Frage der Information

Bei aller Kompliziertheit und Widersprüchlichkeit der Situation in der heutigen Welt stellen bereits seit einer Reihe von Jahren die Entspannung, die Durchsetzung der Prinzipien der friedlichen Koexistenz von Staaten mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung sowie die Entwicklung der gegenseitig vorteilhaften internationalen Zusammenarbeit ihr dominierendes Merkmal dar.

Der Nord-Süd-Dialog hat begonnen

Am Dienstag begann in Paris die Konferenz für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. An ihr nehmen 27 Delegationen teil; 19 aus Entwicklungs- und Ölexportländern, acht aus Industrienationen.

Die Stunde der Unternehmer

Die öffentliche Debatte über Ursachen und Therapie privatwirtschaftlicher Rezession und staatswirtschaftlicher Finanznot hat eine Spezies Mensch wieder hoffähig gemacht, die lange das Stigma des Bösen zu tragen hatte: den Unternehmer.

Der Wolf ist gezähmt

Zwei Jahre nach der Ölkrise müssen die Scheiche die Grenzen ihrer Macht erkennen

Bonner Kulisse

Ein munteres Begrüßungszeremoniell zwischen Arbeitsminister Walter Arendt und dem FDP-Wirtschaftssprecher Otto Graf Lambsdorff hat durch den Mitbestimmungskompromiß einen für Arendt traurigen Ausklang gefunden.

Wem nützt der Leitende?

Der Einbau der Gruppe der leitenden Angestellten in das Unternehmensrecht ist der problematische Teil der neuen Mitbestimmungsregelung.

Friseure am Bankschalter

Die Armee der Schweiz spürt es schon seit einiger Zeit: Wehrpflichtige gehen wieder gern in die Rekrutenschule. Zumindest für 17 Wochen sind junge Eidgenossen damit der Sorge um einen Arbeitsplatz enthoben.

"Ein Volk von Dieben"

Ob Hohe Straße in Köln oder Mönckebergstraße in Hamburg: Überall in den weihnachtlich aufgeputzten Kaufhäusern und Supermärkten wird zur Zeit nicht nur die größte Verkaufsschlacht des Jahres geschlagen, sondern auch Räuber und Gendarm gespielt.

Mit Lloyds gegen die Mafia

Nun hat es sogar die Agnellis erwischt", war der Kommentar der Turiner, als am 26. November um 19.30 Uhr Carla Ovazza, Schwiegermutter von Giovanni Agnellis Lieblingstochter Margherita, vor ihrem Hause entführt wurde.

Auf der Straße des Erfolgs

Die Ambonesen von Beilen und Amsterdam haben mit ihren Geiselnahmen das Land ins Blickfeld gerückt, von dem sie die Lösung ihres Problems erhoffen: Indonesien, mit rund 130 Millionen Einwohnern nach China und Indien das drittgrößte Entwicklungsland, nach der Sowjetunion und den USA das fünftgrößte Land überhaupt.

Geld für neue Schuhe

Als Bonner Ministerialbeamte zum erstenmal davon hörten, waren sie über ihre Kollegen aus der Brüsseler EG-Generaldirektion für gewerbliche Wirtschaft ziemlich verwundert.

Im Jahr des Ackerschleppers

Für Otmar Wasmer, den Chef des Münchner Genossenschaftsunternehmens Bay Wa AG, war 1975 "das Jahr der Frau, des Denkmalschutzes und des Ackerschleppers".

Porträt einer Marke: Der Ritter von der quadratischen Gestalt

Vor fünf Jahren noch zählte sie zur Masse der über hundert regionalen Schokoladenhersteller der Republik. Heute macht sie selbst Masse und streitet mit Sprengel und Suchard um Platz Nummer eins auf der Rangliste der Produzenten von Tafelschokolade.

Wieder freundlich

Nach einer ruhigen Börsenphase kam es im Verlaufe dieser Woche wieder zu Anlagekaufen. Ausgelöst wurden sie durch die Prognosen der großen Banken, die im Jahre 1976 mit einem Fortgang der Aktien-Hausse rechnen.

Jagd auf die Prämie

In diesen Tagen ist es wieder soweit. Rund zwölf Millionen Bundesbürger rüsten sich zur großen Prämienjagd. Durch Einzahlungen ihrer Sparbeiträge auf ein Bausparkonto machen sie noch kurz vor Jahresende ihren Anspruch auf die gesamte Jahresprämie geltend.

Büffeln bis in die Nacht...

Der Szene haftet auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches an: Zwei Dutzend Studenten, die den handelsrechtlichen Ausführungen eines Jura-Professors lauschen, Zwischenfragen stellen, um Erläuterungen bitten, die graphische Darstellung eines Problems an der Wandtafel verfolgen – das könnte sich an jeder Universität, in Tübingen oder Bochum, in Hamburg oder München genauso zutragen.

"Hundert-Millionen-Ding"

Die niedersächsische Regierung handelte im Vertrauen auf einen 1970 mit dem Schweizer Konzern "Alusuisse" abgeschlossenen Vertrag: Für 100 Millionen Mark ließ sie in Wilhelmshaven die "Niedersachsenbrücke" bauen.

Rettung

Nach langem Tauziehen mit dem Management des amerikanischen Automobilkonzerns Chrysler und bitteren Auseinandersetzungen innerhalb der Regierung entschloß sich das Kabinett Wilson zu einer Rettungsaktion für die britischen Chrysler-Betriebe.

Die teure Gesundheit

Fast sechs Pfennig muß ein Beschäftigter von jeder Mark, die er als Lohn bekommt, in die Krankenkasse zahlen (der Arbeitgeber noch einmal soviel).

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